„Blutwäsche“ mit Licht – Neue Therapie macht Krebs-Immuntherapien verträglicher

von | Feb. 10, 2025

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Eine innovative Lichttherapie für Blutzellen könnte die Nebenwirkungen von Krebs-Immuntherapien drastisch reduzieren – ohne die Wirksamkeit der Behandlung zu beeinträchtigen. Forschende des Universitätsklinikums Freiburg haben den Mechanismus entschlüsselt und vielversprechende Erfolge in einer klinischen Studie erzielt.

Krebs-Immuntherapien gelten als medizinischer Durchbruch, doch ihre starken Nebenwirkungen zwingen viele Patientinnen und Patienten zum Therapieabbruch. Nun zeigt eine Studie des Universitätsklinikums Freiburg, dass eine spezielle Lichttherapie – die sogenannte extrakorporale Photopherese (ECP) – entzündliche Reaktionen deutlich abschwächen kann, ohne die Abwehr gegen den Tumor zu beeinträchtigen.

Klinische Studie zeigt vielversprechende Ergebnisse

In einer klinischen Studie mit 14 Krebspatientinnen und -patienten, die unter schweren entzündlichen Nebenwirkungen litten, erwies sich die ECP als äußerst wirksam:

  • 92 Prozent der Teilnehmenden berichteten über eine deutliche Verbesserung ihrer Symptome.
  • Alle Patientinnen und Patienten mit Darmentzündungen (Kolitis) wurden vollständig geheilt.
  • Die Dosis entzündungshemmender Medikamente wie Kortison konnte bei allen Betroffenen reduziert werden.

Diese Ergebnisse sind besonders bedeutsam, da Kortison oft starke Nebenwirkungen mit sich bringt. Durch die Lichttherapie könnten künftig mehr Krebspatientinnen und -patienten von Immuntherapien profitieren, ohne dabei unter schweren Nebenwirkungen zu leiden.

Lichttherapie beruhigt das Immunsystem

Die extrakorporale Photopherese (ECP) wird bisher vor allem in der Transplantationsmedizin eingesetzt. Dabei werden Immunzellen aus dem Blut entnommen, mit UV-Licht bestrahlt und wieder in den Körper zurückgeführt. Diese modifizierten Zellen senden Signale aus, die eine überschießende Immunreaktion dämpfen, ohne die Krebsbekämpfung zu schwächen.

Prof. Dr. Robert Zeiser, Leiter der Abteilung für Tumorimmunologie am Universitätsklinikum Freiburg, betont die Bedeutung der Entdeckung:

„Wir konnten die Nebenwirkungen der Krebs-Immuntherapie weitestgehend stoppen. Besonders spannend ist, dass darunter die Abwehr gegen den Krebs nicht leidet. Das hebt die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten deutlich.“

Fettstoffwechsel-Molekül Adiponektin als Schlüssel

Überraschend war die Entdeckung des Mechanismus hinter der Therapie. Die Forschenden fanden heraus, dass das körpereigene Molekül Adiponektin, das eigentlich aus dem Fettstoffwechsel bekannt ist, eine zentrale Rolle bei der Immunregulation spielt.

Lukas Braun, Erstautor der Studie, erklärt:

„Adiponektin reduziert gezielt entzündungsfördernde Zellen, insbesondere im Darmgewebe. Gleichzeitig bleibt die Tumorabwehr intakt.“

Prof. Zeiser ergänzt:

„Dass ein Molekül aus dem Fettstoffwechsel so gezielt das Immunsystem beeinflussen kann, war unerwartet. Diese Entdeckung könnte weit über die Krebsforschung hinaus neue Therapiemöglichkeiten für entzündliche Erkrankungen eröffnen.“

Zukunftsperspektiven

Die Ergebnisse der Studie wurden am 10. Februar 2025 in der Fachzeitschrift Cancer Cell veröffentlicht. Die Forschenden wollen nun größere klinische Studien durchführen, um das Potenzial von Adiponektin als gezieltes Mittel zur Reduktion von Immuntherapie-Nebenwirkungen weiter zu untersuchen.

Prof. Zeiser sieht darin eine vielversprechende Zukunftsperspektive:

„Die ECP in Kombination mit der Erkenntnis über Adiponektin bietet völlig neue Möglichkeiten, um die Verträglichkeit von Immuntherapien zu verbessern. Künftig könnten viele Patientinnen und Patienten profitieren, für die eine Immuntherapie bislang zu belastend war.“

Ein Meilenstein für die Krebsmedizin

Die neue Lichttherapie könnte ein wichtiger Schritt sein, um die Nebenwirkungen moderner Krebstherapien gezielt zu kontrollieren und gleichzeitig deren Wirksamkeit zu erhalten. Für viele Betroffene bedeutet das eine deutlich höhere Lebensqualität und bessere Chancen, ihre Therapie erfolgreich fortzusetzen.

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