Biontech-Aktie über 70 Prozent im Minus

by | Oct 16, 2023

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Abschreibungen des Kooperationspartners Pfizer im Zusammenhang mit dem Corona-Impfstoff schickt Biontech-Aktie weiter auf Talfahrt. Quartalszahlen für den 6. November erwartet.

Während so viele andere Branchen aufatmen, dass die Corona-Pandemie mit ihren weitreichenden wirtschaftlichen Einschnitten überstanden ist, heißt das für andere, dass sie ihre Umsatz- und Ertragsziele nach unten korrigieren müssen. Einer dieser Verlierer ist der Mainzer Immuntherapie-Spezialist Biontech. Die Meldung auf der dortigen Investor-Relations-Seite liest sich auf den ersten Blick recht harmlos. Der US-Konzern Pfizer, Kollaborationspartner von Biontech habe „einen nicht-zahlungswirksamen Aufwand für Vorratsabschreibungen und andere Belastungen im Zusammenhang mit COMIRNATY“ in Höhe von 0,9 Milliarden US-Dollar“ bekanntgegeben. COMIRNATY ist der vielfach bejubelte Corona-Impfstoff, der in Mainz vor allem auch sehr viel Geld in die Kassen gespült hatte.

Nun prüft man stattdessen, welche Auswirkungen die Pfizer-Abschreibungen auf die eigene Bilanz hat. Vorsichtig werden Investoren im Verlauf der Meldung auf ein voraussichtlich schlechteres Ergebnis im dritten Quartal 2023 vorbereitet. Konkret heißt es: „Biontech geht derzeit davon aus, dass das Unternehmen voraussichtlich im dritten Quartal 2023 die Auswirkungen der Vorratsabschreibungen und anderer Belastungen von Pfizer im Zusammenhang mit COMIRNATY in Höhe von bis zu 0,9 Milliarden Euro erfassen wird, was Biontechs Hälfte des Bruttogewinnanteils aus der Vereinbarung mit Pfizer entspricht. Jede solcher Abschreibungen wird die Umsatzerlöse, die das Unternehmen für 2023 ausweisen würde, reduzieren. Biontech wird den Finanzbericht für das dritte Quartal 2023 voraussichtlich am 6. November 2023 veröffentlichen.“

Dass mit dem Corona-Impfstoff kaum noch Geld verdient wird, quittieren die Aktionäre prompt. Seit dem Allzeithoch im November 2021 hat der Aktienkurs von Biontech mehr als 70 Prozent an Wert verloren – zuletzt noch einmal deutlich nach der Pfizer-Ankündigung. Und hier zeigt sich, dass Biontech im Vergleich zu Pfizer eben noch ein vergleichsweise junges Unternehmen mit wenigen „Blockbustern“ ist, wie es im Pharmasprech heißt. Denn die Pfizer-Aktie konnte sich vergleichsweise schnell erholen und wurde von vielen Analysten mittlerweile schon wieder von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft. Das Analysehaus Jefferies gibt bereits wieder ein leicht gestiegenes Kursziel von 39 US-Dollar an.

Investoren dürften im Fall von Biontech nun mit Spannung auf die Quartalszahlen am 6. November warten. Außerdem haben die Mainzer für den Kongress der European Society of Molecular Oncology vom 20. Bis 24. Oktober in Madrid mehrere „Programm-Updates aus verschiedenen Wirkstoffklassen“ angekündigt. Dazu Prof. Dr. Özlem Türeci, Mitbegründerin und Chief Medical Officer von Biontech: „Unser Ziel ist es, innovative Immuntherapien für Patientinnen und Patienten in verschiedenen Krankheitsstadien zu entwickeln und diese Therapien miteinander zu kombinieren. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit diesen Ansätzen die Wahrscheinlichkeit eines therapeutischen Erfolgs erhöhen, das Risiko sekundärer Resistenzmechanismen verringern und eine größere potenzielle Patientengruppe erschließen können.“

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