Big Pharma setzt auf KI-Spezialist Isomorphic Labs

by | Jan 10, 2024

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Mit Eli Lilly und Novartis hat Isomorphic Labs gleich zwei lukrative Partnerschaften schließen können – drei Milliarden US-Dollar und mehr winken bei Erfolg.

Es ist ein Unternehmen, das vermutlich noch nicht so viele Akteure im Gesundheitswesen auf dem Radar haben, das jetzt mit zwei großen, finanzstarken Partnern jedoch von sich reden macht: Isomorphic Labs. Der in London ansässige und zur Google-Mutter Alphabet gehörende KI-Spezialist kündigte nun eine strategische Kooperation mit zwei der weltweit führenden Pharmaunternehmen an.

Zum einen sei eine Zusammenarbeit mit Novartis im Bereich niedermolekulare Therapeutika geplant. Dafür erhält Isomophic Labs nicht nur eine Vorauszahlung von 37,5 Millionen US-Dollar von Novartis, auch die Finanzierung ausgewählter Forschungskosten will der Pharmakonzern tragen. Zudem sei eine erfolgsabhängige Meilensteinzahlung von bis zu 1,2 Milliarden US-Dollar vorgesehen, wo etwaige Lizenzgebühren noch nicht eingerechnet seien.

Novartis verspricht sich von der Kooperation Zugang zu KI-Technologien, die die Art und Weise, wie Medikamente entdeckt und entwickelt werden, verändert werden, betont Fiona Marshall, President of Biomedical Research bei Novartis: „Diese Zusammenarbeit nutzt die einzigartigen Stärken unserer Unternehmen, von KI und Datenwissenschaft bis hin zu medizinischer Chemie und tiefgreifender Expertise in Krankheitsbereichen, um neue Möglichkeiten in der KI-gesteuerten Arzneimittelforschung zu realisieren.“

Der andere große Pharmakonzern, den Isomorphic Labs zuerst von seiner Technologie begeistern konnte, ist Eli Lilly. Auch hier konzentriert sich die Zusammenarbeit auf niedermolekulare Therapeutika, auch hier fließen hohe Summen auf das Konto des KI-Spezialisten: Eli Lilly zahlt 45 Millionen US-Dollar voraus, die erfolgsabhängige Vergütung liegt bei 1,7 Milliarden US-Dollar und auch hier sind Anteile an Lizenzen noch nicht eingerechnet.

Die beiden Partnerschaften spülen – sollten sie von Erfolg gekrönt sein – also schlagartig fast drei Milliarden US-Dollar in die Kassen von Isomorphic Labs.

Der Erfolg kommt jedoch nicht völlig überraschend, da Isomorphic Labs auf Google Deepminds AlphaFold zurückgreift, ein KI-System, das Proteinfaltungen verlässlich vorhersagen kann. Isomorphic Labs soll diese Arbeit, die 2021 vom Magazin Science als „Durchbruch des Jahres bezeichnet wurde, unter dem Alphabet-Dach fortführen. Dafür ist unter anderem auch KI-Pionier Demis Hassabis, Mitgründer von Deepmind, bei Isomorphic Labs als CEO an Bord.

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