Zander Labs und das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Oldenburg wollen gemeinsam Elektroenzephalogramm der nächsten Generation entwickeln.
Es ist ein ehrgeiziges und hoch gefördertes Projekt. NAFAS, kurz für Neuroadaptivität für autonome Systeme ist angetreten, um Mensch-Computer-Interaktionen zu erforschen und langfristig zu verbessern. Dafür schließt sich das deutsch-niederländische Deeptech-Unternehmen Zander Labs nun mit dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Oldenburg zusammen. Gemeinsam wollen beide Partner moderne und diskrete Hardware für mobile Geräte entwickelt, die ein Elektroenzephalogramm (EEG) der nächsten Generation ermöglichen. Denn Hauptziel von NAFAS ist es, neurotechnologische Prototypen zu entwickeln, die in Zukunft die Kommunikation zwischen Menschen und halbautonomen Systemen vereinfachen.
Genau dafür soll in den ersten zwei Jahren des Projekts ein modulares Elektrodensystem entwickelt werden, das für Brain-Computer-Interface-Anwendungen (BCI) außerhalb des Labors konzipiert ist. Dieses innovative System verspricht eine hohe Signalqualität, die für genaue Bewertungen des mentalen Zustands und passive BCI-Anwendungen entscheidend ist. Das Fraunhofer IDMT wird dafür an einer hochinnovativen Elektrodentechnologie arbeiten, während sich Zander Labs auf das modulare Systemdesign und die Optimierung von passiven BCIs konzentrieren wird.
Elektrodenpatches 2.0
Konkret gilt es für das Team am Fraunhofer IDMT darum, unauffällige, komfortabel und einfach zu bedienende Elektrodenpatches zu entwickeln. Dazu müssen zunächst verschiedener Elektrodentypen und -konfigurationen evaluiert werden, um die beste Signal- und Informationsqualität zu ermitteln. Dieser Auswahlprozess wird in enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern durchgeführt, um das optimale System für BCI-Anwendungen zu ermitteln und wichtige Meilensteine des Projekts zu erreichen. Die Fraunhofer-Elektrodenpatches werden eine Schlüsselkomponente des mobilen EEG-Hardwaresystems sein. Zander Labs wird das Design des gesamten Hardwaresystems leiten und sicherstellen, dass die hohe Signalqualität, die durch die Patch-Technologie ermöglicht wird, in der gesamten Signalkette beibehalten wird, während die Benutzerfreundlichkeit des Systems für den mobilen Einsatz optimiert wird.
„Die Messung und Interpretation von Signalen, die das menschliche Gehirn aussendet, ist eine Herausforderung, der sich unsere Gruppe am Fraunhofer IDMT stellt. Wir wollen Elektroenzephalographie-Systeme für konkrete Anwendungsszenarien verfügbar machen – zum Beispiel im Gesundheitswesen, in der Automobilindustrie oder an sicherheitskritischen Arbeitsplätzen“, sagt Dr. Insa Wolf, Leiterin der Abteilung Mobile Neurotechnologien am Fraunhofer IDMT-HSA in Oldenburg.
NAFAS wird von der Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) gefördert. Mit einem 30-Millionen-Euro-Vertrag für ein vierjähriges Projekt erhält NAFAS den größten Einzelzuschuss für ein Forschungsprojekt in der Europäischen Union und stellt einen Paradigmenwechsel in der Erforschung von Mensch-Computer-Interaktion dar.



