Bayern macht Ärzte fit für die eigene Praxis

by | Feb 13, 2024

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Ein neuer Onlinekurs des bayrischen Gesundheitsministeriums soll junge Ärzte auf dem Weg in die Selbständigkeit unterstützen.

 

Mit einem „Erste-Hilfe-Kasten“ zur Praxisgründung und -führung will Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach ab sofort junge Ärzte unterstützen, sich selbständig zu machen. „Die Gründung einer eigenen Praxis ist für Ärztinnen und Ärzte mit vielen offenen Fragen etwa zur Ausstattung und Finanzierung verbunden. Genau hier setzt der Online-Kurs an. In digitalen Lerneinheiten können sich Ärztinnen und Ärzte ab sofort alle relevanten Informationen für eine erfolgreiche Gründung und Führung einer eigenen Praxis aneignen.“

Mit der Initiative will man im Freistaat die medizinische Versorgung auch in Zukunft stärken, denn dafür müssen wieder mehr Mediziner den Schritt in die Selbständigkeit wagen. Hierfür bietet Bayern zudem noch zusätzliche Anreize, wie die Ministerin betont: „Wer eine Niederlassung auf dem Land gründet oder übernimmt, bekommt von uns eine finanzielle Unterstützung in Form der Landarztprämie. Damit fördern wir ärztliche Niederlassungen in Gemeinden mit bis zu 20.000 Einwohnern mit bis zu 60.000 Euro. Seit 2012 haben wir damit schon 1.214 Arztpraxen unterstützt.“

Lernangebot bündelt breites Wissen

Das neue digitale Lernangebot wurde vom Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin Bayern (KWAB) entwickelt und vom Ministerium um rund 200.000 Euro gefördert. Die Kursthemen sind in kleine Lerneinheiten gestückelt und werden mit Checklisten oder Videosequenzen von erfahrenen Kollegen ergänzt. Zudem kann jedes Modul durch eine Erfolgskontrolle von den Teilnehmern selbstständig reflektiert werden, heißt es vom Ministerium.

Laut Prof. Marco Roos, Leiter des KWAB und Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Augsburg, soll der „Erste-Hilfe-Kasten“ vor allem die Unsicherheit bei den Ärzten mit Blick auf die Praxisführung nehmen: „Uns war es wichtig, sowohl die Erfahrung von praktisch tätigen Ärztinnen und Ärzten, aber auch Stimmen von Medizinjuristen, Finanzexperten oder der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns zu integrieren.“ Die webbasierte Umsetzung sei deshalb gewählt worden, weil das Online-Format eine flexible Nutzung durch die jungen Ärzte ermögliche, betont Roos. Seine Empfehlung. „Ein Modul pro Woche, dann ist man innerhalb eines Quartals für die Praxisführung gerüstet.“

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