Es sind nach wie vor die Glyphosat-Klagen, die auch im dritten Quartal des Jahres auf die Bilanz von Bayer drücken. Zuwächse gibt es indes in der Pharma-Division.
Der Glyphosat-Rechtsstreit bleibt ein Problem für Bayer und so bleibt das Unternehmen auch im dritten Quartal des Jahres bei Umsatz und EBITDA vor Sondereinflüssen hinter den Markterwartungen zurück. Der Umsatz ging nominal um 3,6 Prozent auf 9,97 Milliarden Euro zurück. Bei Bayer betont man zwar, dass das währungsbereinigt ein Plus von 0,6 Prozent sei, Analysten hatten allerdings mit rund 10,1 Milliarden Euro gerechnet. Und auch beim EBITDA vor Sondereinflüssen verfehlte der Konzern mit 1,25 Milliarden Euro die Erwartungen von 1,31 Milliarden Euro.
Entsprechend deutlich ging auch das bereinigte Ergebnis je Aktie zurück: minus 36,8 Prozent auf 0,24 Euro je Aktie. Dass Konzernergebnis lag im Q3 bei minus 4,183 Milliarden Euro, der Free Cashflow bei 1,148 Milliarden Euro.
Während das Crop-Science-Business weiter schwächelt, ist es aktuell vor allem die Pharma-Sparte, die bei Bayer nach wie vor glänzt. Wachstumstreiber sind die beiden Blockbuster-Anwärter Nubeqa und Kerendia. Das Prostatakrebs-Medikament trägt mit einem Erlösplus von knapp 80 Prozent und damit 417 Millionen Euro im dritten Quartal maßgeblich zum Erfolg der Sparte bei. Noch stärker waren die Erlöse mit dem Nieren-Medikament Kerendia: 91 Prozent auf 126 Millionen Euro in Q3.
Zurückhaltung beim Ausblick
Insgesamt bleibt man bei Bayer jedoch vorsichtig, was den Ausblick auf das Gesamtgeschäftsjahr angeht. Die Prognose für das bereinigte EBITDA wurde von 10,4 bis 11 Milliarden Euro auf nun nur noch 10,0 bis 10,3 Milliarden Euro nach unten korrigiert. Vor allem die Klagewelle rund um Glyphosat in den USA will nicht abebben. Waren es zum Ende des zweiten Quartals 58.000 offene Klagen, sind es nun bereits 63.000. Dennoch will man währungsbereinigt am Umsatzwachstum, dem bereinigten Ergebnis je Aktie und am Free Cashflow für 2024 festhalten.
„Wir packen Herausforderungen konsequent an und machen Fortschritte bei unseren strategischen Prioritäten“, betont CEO Bill Anderson. Gleichzeitig wird allerdings auch schon Erwartungsmanagement für 2025 betrieben. Regulatorische Herausforderungen und Preisdruck durch Nachahmerprodukte im Pflanzenschutzgeschäft seien zu erwarten. Die Fahne hoch hält auch hier das Pharmageschäft: Im Consumer Health Segment erwartet Bayer ein robustes Wachstum und Patentabläufe sollen durch neue Produkte in der Pipeline abgemildert werden.



