Es kommt nicht überraschend, aber plötzlich. Das St. Elisabeth Krankenhaus Salzgitter wird bereits morgen schließen.
An Meldungen wie diese werden wir uns gewöhnen müssen: Das insolvente St. Elisabeth Krankenhaus Salzgitter schließt. Trotz intensiver Bemühungen aller Beteiligten sei es nicht gelungen, einen Investor zu gewinnen und eine wirtschaftliche tragfähige Perspektive für den Standort zu sichern, heißt es in einer Pressemitteilung.
Warum die Nachricht dennoch besonders ist: Das Aus kommt zwar nicht überraschend, aber plötzlich. Bereits morgen ist Schluss. Das ist nicht nur für die Beschäftigten ein harter Schlag, wie das Lokalfernsehen des NDR berichtete, auch geplante Operationen von bereits stationär aufgenommenen Patienten finden nun nicht mehr statt. Und auch der 35 Millionen Euro teure Neubau in Salzgitter Bad – vom Land Niedersachsen gefördert – steht seit Monaten fast fertig leer.
Bezogen werden sollte er eigentlich im März dieses Jahres. Allerdings musste das Krankenhaus aufgrund von Personal- und Energiekosten bereits am 26. Februar Insolvenz anmelden. Das Verfahren wurde dann am 1. Mai 2026 in Eigenverwaltung eröffnet mit dem Ziel einen Partner für die Fortführung zu finden. Ohne Erfolg, weshalb sich die Geschäftsführung nun gezwungen sieht, den Betrieb des Hauses mit rund 100 Planbetten und etwa 250 Beschäftigten, die jährlich um die 14.000 Patienten behandeln, einzustellen.
Die Belegschaft selbst wurde auch erst am Montagmorgen in einer Betriebsversammlung über das Aus informiert. Und nun geht alles sehr schnell: Für einen geordneten Schließungsprozess werden ab sofort keine Patienten mehr aufgenommen. Außerdem nimmt das Haus nicht mehr an der Notfallversorgung teil. Bis zum 30. September 2026 werden stationäre Patienten entlassen oder in enger Abstimmung mit den regionalen Gesundheitsdiensten in geeignete Kliniken verlegt.
Der erst am Sonntag wiedergewählte Oberbürgermeister Frank Klingbiel von der CDU äußerte sich besorgt und vor allem kritisch gegenüber dem Elisabeth Vinzenz Verbund als Träger. Als Oberbürgermeister und Christ sei er tief getroffen und sauer, denn alle Gespräche, Aktivitäten und Vorschläge sowie ein geplanter Runder Tisch mit dem niedersächsischen Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) und dem Hildesheimer Weihbischof Martin Marahrens seien vom Elisabeth Vinzenz Verbund ignoriert worden. Klingbiel hatte sich gerade erst bei der niedersächsischen Kommunalwahl gegen eine AfD-Kandidatin Patricia Mair durchgesetzt. In der ehemaligen Arbeiterstatt Salzgitter ist die AfD deutlich erstarkt.
In der Meldung des St. Elisabeth Krankenhauses heißt es abschließend, dass die Verantwortung für die künftige Sicherstellung der stationären Versorgung in der Region nun bei den zuständigen Akteuren des Gesundheitswesens und der Krankenhausplanung liege. Gleichzeitig verdeutliche die Entwicklung des Standorts die erheblichen wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen, denen zahlreiche Krankenhäuser in Deutschland derzeit ausgesetzt seien.



