Aufwärtstrend für Versandapotheken

von | Okt. 25, 2024

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Stellungnahme des Generalanwalts im Verfahren Docmorris gegen die Apothekerkammer Nordrhein spricht deutlich für Boni auf verschreibungspflichtige Medikamente. Das beflügelt die Kurse der Versandapotheken.

 

Aktionäre freue sich über deutliche Kurssprünge bei den Aktien der Versandapotheken Redcare und Docmorris. Den Aufwärtstrend haben sie der Stellungnahme des Generalanwalts Maciej Szpunar im Verfahren von Docmorris gegen die Apothekerkammer Nordrhein vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu verdanken. Ein Urteil ist zwar noch nicht gesprochen, aber so wie es scheint, spricht derzeit nichts gegen die Rabatte und Gutschriften der Versandapotheken – auch nicht bei verschreibungspflichtigen Medikamenten.

Das hatte die Apothekerkammer anders gesehen und auf eine Sperre über das europäische Werbeverbot für RX-Medikamente gehofft. Szpunar sieht hier allerdings kein Risiko. Die Aktionen der Versandapotheke seien keine Werbung für Medikamente oder würden Patienten dazu verleiten, mehr von einem bestimmten Medikament zu konsumieren. Vielmehr würden Docmorris und Co nur versuchen, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen und die Kunden davon zu überzeugen, bei ihnen zu bestellen statt anderswo.

Nach seiner Ansicht sind „Rabattaktionen einer Apotheke, bei denen den Kunden beim Erwerb von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ein Vorteil in Form eines sofortigen Barrabatts, eines Gutscheins über einen bestimmten Geldbetrag oder einer prozentualen Ermäßigung für den nachfolgenden Erwerb weiterer Produkte (nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel oder nicht verschreibungspflichtige Gesundheits- oder Schönheitsprodukte) angeboten wird“, deshalb keine „Werbung für Arzneimittel“ im Sinne der EU-Richtlinie.

Zur noch offenen Schadenersatzklage in Höhe von 18 Millionen von Docmorris gegen die Apothekerkammer Nordrhein äußerte sich der Generalanwalt nicht. Hier wird das endgültige Urteil in den nächsten zwei bis drei Monaten erwartet. Dennoch erholte sich die Aktien der Versandapotheke deutlich von ihrem jüngsten Tief – zeitweise lagen die Kursgewinne bei mehr als zehn Prozent. Und auch Wettbewerber Redcare profitierte mit einem Spitzenplus von zwischenzeitlich fünf Prozent.

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