Merck verzeichnet im dritten Quartal in allen drei Unternehmensbereichen organische Umsatz- und Ergebnissteigerungen.
Es läuft wieder rund beim Pharma- und Technologiekonzern Merck. Nach zuletzt schwächeren Zahlen beschleunigt sich nun im dritten Quartal 2024 das Wachstum in allen drei Unternehmensbereichen. Neben der Nachfrage nach Halbleitern und KI-Anwendungen hat sich auch das Geschäft mit Medikamenten nach zwei Flops in der Forschung wieder erholt.
Für Merck CEO Belén Garijo kommt das nicht überraschend: „Wie erwartet haben wir unseren Wachstumskurs im dritten Quartal fortgesetzt. Wir bestätigen unsere Prognose des profitablen Wachstums im Geschäftsjahr 2024.“ Und mit dem branchenübergreifenden Portfolio sei man optimal aufgestellt, um von diesen positiven Entwicklungen zu profitieren.
Organisches Umsatzplus
Insgesamt konnte Merck den Umsatz auf rund 5,3 Milliarden Euro steigern, ein organisches Plus von 3,8 Prozent. Allerdings gab es auch negative Währungseffekte von zwei Prozent. Das EBITDA pre stieg organisch um 16,9 Prozent – getragen vom Umsatzwachstum, strikter Kostendisziplin sowie temporär niedrigeren Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Healthcare.
Unter Berücksichtigung negativer Währungseffekte von fünf Prozent stand bei der Ergebnisentwicklung unter dem Strich ein zweistelliges Plus von 11,9 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Die EBITDA-pre-Marge stieg auf 30,7 Prozent gegenüber 27,9 Prozent im Vorjahresquartal. Das Ergebnis je Aktie pre betrug 2,30 Euro.
Life Science: Zurück auf Wachstumskurs
Besonders erfreulich: Auch das Geschäftsbereich Life Science ist zurück auf Kurs in erzielte erstmals seit dem ersten Quartal 2023 ein organisches Umsatzplus von 2,1 Prozent. Die Geschäftseinheit Process Solutions, die Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette der Arzneimittelherstellung anbietet, kehrte mit einer organischen Umsatzsteigerung um 3,7 Prozent ebenfalls auf den Wachstumspfad zurück, während der Lagerbestandsabbau bei Kunden schrittweise dem Ende entgegen geht. Gegenüber dem zweiten Quartal 2024 zeigte die Geschäftseinheit eine weitere Erholung bei Umsatz und Auftragseingang.
Die nach Umsatz größte Geschäftseinheit von Life Science, Science & Lab Solutions mit ihrem Angebot an Produkten und Dienstleistungen zur Unterstützung von Forschungsaktivitäten in pharmazeutischen, biotechnologischen und akademischen Forschungseinrichtungen, erzielte ebenfalls ein organisches Umsatzwachstum von 4,3 Prozent. Dahingegen ging der Umsatz von Life Science Services organisch um 16,6 Prozent, respektive rund 34 Millionen zurück. Der Umsatz des Vorjahresquartals war durch eine einmalige Kundenzahlung aus dem Covid-19-bedingten Geschäft erhöht. Life Science Services bietet Kunden ein vollständig integriertes Serviceangebot.
Hauptsächlich durch die Umsatzsteigerungen in den beiden großen Geschäftseinheiten von Life Science sowie durch Effizienzmaßnahmen im operativen Geschäft stieg auch das EBITDA pre des Unternehmensbereichs organisch um 7,1 Prozent und erreichte 646 Millionen Euro. Die EBITDA-pre-Marge erhöhte sich auf 29,3 Prozent.
Healthcare: sehr gute Profitabilität
Healthcare erzielte im 3. Quartal 2024 einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro. Zur organischen Steigerung um 6,2 Prozent trugen sowohl die neueren als auch die im Markt seit längerem etablierten Produkte bei. Zu den wesentlichen Treibern des organischen Umsatzwachstums gehörten Mavenclad zur Behandlung von Multipler Sklerose (+19,8 Prozent) sowie das Krebsmedikament Erbitux (+13,8 Prozent). Die Geschäftseinheit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Endokrinologie erzielte ebenfalls ein starkes organisches Umsatzwachstum.
Das EBITDA pre von Healthcare stieg organisch um 27 Prozent und erreichte 836 Millionen Euro. Neben der positiven Umsatzentwicklung trugen dazu Kostendisziplin sowie ein im Vergleich zum Vorjahresquartal zeitweise niedrigeres Niveau der Ausgaben für Forschung und Entwicklung bei. Die EBITDA-pre-Marge stieg auf einen überdurchschnittlich hohen Wert von 39,2 Prozent. Merck erwartet für 2025 einen schrittweisen Anstieg der F&E-Ausgaben in Healthcare.
Prognose bestätigt
Wie bereits am Capital Markets Day im Oktober angekündigt, bestätigt Merck seine Prognose für das Geschäftsjahr 2024 und präzisiert die angegebenen Zielkorridore vor dem Schlussquartal. Das Unternehmen erwartet ein organisches Wachstum beim Umsatz zwischen zwei und fünf Prozent ohne Währungseffekte auf insgesamt 20,7 bis 22,1 Milliarden Euro. Obwohl es nach den Meldungen von zahlreichen Analysten ein „Buy“ für die Merck Aktie gab, startete der Handel heute mit einem leichten Minus.



