Aufschrei in Österreich: Verkauf des Anton-Proksch-Instituts

von | Nov. 4, 2024

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Vamed will nun doch das Anton-Proksch-Institut an den Private Equity Investor PAI verkaufen, was im Nachbarland „Heuschreckenalarm“ auslöst.

Der Aufschrei im Nachbarland kommt zunächst vielleicht etwas überraschend, schließlich wurde der Verkauf von 21 österreichischen Vamed-Reha-Einrichtungen an den französischen Private-Equity-Investor Pay bereits Ende September besiegelt. 70 Prozent haben die Franzosen übernommen, 30 Prozent verbleiben bei der Vamed-Mutter Fresenius.

Gegenwehr gab es allerdings auch da schon. Der Betriebsrat der Vamed-Einrichtungen hatte genau wie die österreichische Ärztekammer mehrfach vor dem neuen Mehrheitseigentümer gewarnt. Die Sorge: Es könnten massive Einsparungen drohen, damit PAI das Geschäft dann „gewinnbringend weiterverkaufen“ könne. Konzernbetriebsrat Harald Steer forderte die österreichische Bundesregierung deshalb bereits im Sommer auf, sie möge doch bitte Alternativen prüfen. Die gab es offensichtlich nicht und so ging die Übernahme vonstatten.

Nun soll allerdings auch das auf Suchttherapie spezialisierte Anton-Proksch-Institut in einem zweiten Anlauf an PAI gehen, wie das österreichische Magazin Profil berichtet. Anders als ursprünglich geplant, wurden im dem initialen Deal sieben Standorte ausgeklammert – nämlich jene mit staatlicher Beteiligung, darunter das Anton-Proksch-Institut. Und genau dieser „Ausverkauf an rein profitorientierte Investoren“ müsse gestoppt werden, betont nun die Parteivorsitzende der Wiener Grünen, Judith Pühringer: „Es darf nicht passieren, dass kritische Gesundheitsinfrastruktur in die Hände von solchen Investoren wandert.“

Tatsächlich hat es die Stadt Wien gemeinsam mit der Arbeiterkammer, dem Sozialministerium und der Gewerkschaft noch in der Hand, den Verkauf zu verhindern. Denn 40 Prozent des Instituts gehören der Anton-Proksch-Stiftung, wo eben jene Institutionen sitzen. Genau das ist der Vorschlag der Wiener Grünen: Die Stiftung, federführend die Stadt Wien, könnte den Vamed-Anteil am Institut übernehmen und es anschließend in den Wiener Gesundheitsverbund eingliedern. Unterstützung bekommt Pühringer von ihrer Gesundheitspolitischen Sprecherin Barbara Huemer: „Beim Anton-Proksch-Institut geht es um einen Grundpfeiler der medizinischen Versorgung in unserer Stadt, die schließlich mit Steuergeld und Sozialversicherungsbeiträgen finanziert wird.“

Die Skepsis von Politikern und Öffentlichkeit gegenüber Private-Equity-Investoren ist nicht neu. Auch der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat PAI schon als „Heuschrecke“ bezeichnet, nämlich als die Franzosen 2019 die deutsche Zahnarztkette Zahneins übernommen haben. Allerdings muss man sich diese Skepsis auch „leisten“ können. Ob es die Stadt Wien im Fall des Anton-Proksch-Instituts kann, werden die kommenden Tage und Wochen zeigen.

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