Astrazeneca greift bei französischem Biotech zu

by | Mar 18, 2024

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1,05 Milliarden US-Dollar will der Pharmakonzern für Amolyt Pharma zahlen und damit seine Pipeline für klinische Studien im Spätstadium zu seltenen Krankheiten stärken.

 

Amolyt Pharma ist ein Spezialist für neuartige Therapien bei seltenen endokrinen Erkrankungen und die Pipeline offensichtlich gut gefüllt. Denn Astrazeneca will 1,05 Milliarden US-Dollar für das französische Biotech-Unternehmen ausgeben. Der Deal umfasse eine Vorauszahlung von 800 Millionen US-Dollar sowie das Recht der Amolyt-Aktionäre auf eine zusätzliche Zahlung von 250 Millionen Dollar bei Erreichen bestimmter Meilensteine, teilte Astrazeneca mit. Die Transaktion soll bis zum Ende des dritten Quartals abgeschlossen sein.

Konkret hat Astrazeneca einen Blick auf die Franzosen geworfen, um die Pipeline von Alexion, dem eigenen Rare Disease Spezialisten im Haus, zu verstärken. Hier sei Amolyt vor allem aufgrund des Zusatzes Eneboparatid interessant, ein therapeutisches Phase-III-Peptid mit einem neuartigen Wirkmechanismus, der darauf ausgelegt ist, wichtige therapeutische Ziele für Hypoparathyreoidismus zu erreichen. Darüber hinaus freue sich Alexion darauf, Talente von Amolyt Pharma zu begrüßen, heißt es vom Konzern.

Fokus großer bekannter Rare Disease

Bei Patienten mit Hypoparathyreoidismus führt ein Mangel an Parathormon (PTH) zu einer erheblichen Dysregulierung von Kalzium und Phosphat, was zu lebensverändernden Symptomen und Komplikationen, einschließlich chronischer Nierenerkrankungen, führen kann. Es handelt sich um eine der größten bekannten seltenen Krankheiten, von der schätzungsweise 115.000 Menschen in den Vereinigten Staaten und 107.000 Menschen in der Europäischen Union betroffen sind, davon etwa 80 Prozent Frauen.

Marc Dunoyer, Chief Executive Officer, Alexion, AstraZeneca Rare Disease, sagt zur Übernahme: „Wir glauben, dass wir mit der Übernahme von Amolyt auch aufgrund der bisherigen Forschungsergebnisse, dem talentierten Team und der früheren Pipeline des Unternehmens unsere Aktivitäten in der seltenen Endokrinologie deutlich ausbauen können.” Die Börse scheint hierfür erst noch eine Bestätigung zu fordern. Für den Aktienkurs ging es nach der Ankündigung vorerst bergab.

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