Ärztekammer Berlin stellt sich gegen Rechtsextremismus

by | Jan 19, 2024

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Das deutsche Gesundheitswesen ist auf Mitbürger mit ausländischen Wurzeln angewiesen. Allein in der Hauptstadt kommen knapp zehn Prozent der Ärzte aus dem Ausland, rechnet die Ärztekammer Berlin in einer Stellungnahme vor.

 

Rechtsextreme Tendenzen rücken in Deutschland immer weiter in die Mitte der Gesellschaft. Das sei ein Grund zur Sorge, betont PD Dr. med. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin. „Die Ärztekammer Berlin positioniert sich eindeutig gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung“, sagt Bobbert und nimmt damit Stellung zu öffentlich gewordenen Überlegungen, Menschen mit Migrationsgeschichte massenhaft auszuweisen.

Solche Pläne seien auch deshalb absurd, weil gerade das Gesundheitswesen auf Mitbürgerinnen und Mitbürger mit ausländischen Wurzeln angewiesen sei, ergänzt Dr. med. Matthias Blöchle, Vizepräsident der Ärztekammer Berlin: „Ohne die Ärztinnen und Ärzte, die aus dem Ausland nach Deutschland gekommen sind und hier arbeiten, würde unser Gesundheitswesen zusammenbrechen.“

In der Hauptstadt arbeiten über 3.000 Mediziner aus dem Ausland. Damit stellen sie fast zehn Prozent aller in Berlin tätigen Ärzte. Hinzu kommen die zahlreichen Mediziner mit Migrationshintergrund, die seit Jahren und Jahrzehnten Patienten in Berlin versorgen.

„Wir schätzen und brauchen unsere Kollegen aus dem Ausland. Ihre Expertise bereichert uns und macht unsere Arbeit täglich besser. Sie sind für uns unersetzbar“, schließt Bobbert ab. Rechtsextremismus die Stirn zu bieten, sei daher nicht nur aus menschlicher Sicht geboten, sondern auch notwendig, um weiterhin die Gesundheitsversorgung in Deutschland und in der Hauptstadt zu gewährleisten.

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