Ärzte und Apothekerschaft kritisieren ePA für alle

by | Feb 13, 2024

Anhoren

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Sie soll zwar erst zum 15.01.2025 kommen, über die „ePA für alle“ gibt es nach der Gesellschafterversammlung der gematik jedoch Streit.

 

Die Vertreter der ärztlichen und zahnärztlichen Verbände sowie der Apothekerschaft sind nicht happy mit der aktuellen Ausgestaltung der „ePA für alle“. Das gaben sie heute in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt. Schon die Erstellungs- und Kommentierungsphase der Spezifikationen sei ambitioniert gewesen, um diese dann als Dokumentenpaket an die Gesellschafter weiterzugeben. In ihrer jetzigen Ausgestaltung habe die „ePA für alle“ jedoch keinen erkennbaren Mehrwert gegenüber der ePA, die die Krankenkassen anbieten müssen. Nur wenn dieser gegeben ist, können die „ePA für alle“ einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Versorgung leisten, heißt es in der Pressemitteilung.

Konkret kritisieren die Verbände, dass es keine Volltextsuche für die Inhalte der ePA gibt und auch kein zentraler Virenscanner vorgesehen ist. Zwar soll der im Gesetz geforderte digitale Medikationsprozess noch für den Start der ePA nachspezifiziert werden. Alle anderen Kritikpunkte sollen jedoch entweder gar nicht oder erst in Nachfolgeversionen der ePA berücksichtigt werden. Letztlich haben diese offenen Punkte dazu geführt, dass keine Leistungserbringerorganisation in der gematik der Freigabe des Dokumentenpakets zugestimmt hat, heißt es weiter.

„Schon die ePA, die die Kassen seit Beginn 2021 anbieten mussten, hat wegen unzureichender Praktikabilität bei Patienten und Ärzten keine Resonanz gefunden. Die neue ePA, die ‚ePA für alle’, darf diesen Geburtsfehler nicht wiederholen“, fordert Erik Bodendieck, Co-Vorsitzender des Ausschusses „Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung” der Bundesärztekammer. Hier müsse schnell nachgearbeitet werden, damit insbesondere die Suchfunktion möglichst von Anfang die Kollegen bei der Nutzung der ePA in der Behandlung ihrer Patienten unterstützt.

Dass vor allem die Patienten bei Krankenkassen-ePA, „ePA für alle“ und dieser Art der Kommunikation kaum noch durchsteigen, dürfte hingegen vorprogrammiert sein. Der GKV-Spitzenverband hatte bereits Anfang Februar gewarnt, dass die Versicherten genug Zeit für informierte Entscheidungen für oder gegen die ePA benötigen.

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