Arzneimittelverordnungen auf Höchststand

von | Aug. 5, 2026

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Eine Auswertung der Techniker Krankenkasse zeigt: 2025 haben Erwerbstätige so viele Arzneimittel verschrieben bekommen wie noch nie.

 

34,3 Millionen Präparate mit 2.036 Millionen Tagesdosen – das ist die Bilanz, die die Techniker Krankenkasse (TK) aus den Arzneimittelverordnungen 2025 zieht. Damit seien im vergangenen Jahr so viele Arzneimittel verschrieben worden wie noch nie. Im Schnitt bekam jede Erwerbsperson 292 Tagesdosen verschrieben. Damit ist das Verordnungsvolumen gegenüber dem Vorjahr mit 285 Tagesdosen um rund 2,6 Prozent gestiegen.

Am häufigsten wurden Herz-Kreislauf-Medikamente verordnet, wie zum Beispiel Blutdrucksenker. Hier zeigen die Zahlen seit 25 Jahren einen weitgehend kontinuierlichen Anstieg der verordneten Tagesdosen von insgesamt 129 Prozent zwischen 2000 und 2025. 2025 wurden rund 112 Tagesdosen je Erwerbsperson verordnet. Besonders auffällig: Männer bekommen mit rund 142 Tagesdosen fast doppelt so viele Herzmedikamente verschrieben wie Frauen mit 76 Tagesdosen. In der Verordnungshäufigkeit folgen Präparate gegen Magen-/Darmbeschwerden und Sodbrennen (rund 37 Tagesdosen) sowie Arzneimittel für das Nervensystem, wie zum Beispiel Antidepressiva (rund 32 Tagesdosen).

Letzter verzeichneten in den letzten 25 Jahren den anteilig stärksten Anstieg von 137 Prozent. Im Jahr 2000 wurden nach altersstandardisierten Auswertungen geschlechterübergreifend lediglich 13,7 Tagesdosen verordnet. Im Jahr 2025 waren es dagegen 32,4 Tagesdosen je Versicherungsjahr.

Eine starke anteilige Zunahme um 130 Prozent von 2004 bis 2016 ist auch bei Arzneimitteln aus der Gruppe „Alimentäres System und Stoffwechsel“ feststellbar, von denen im Jahr 2016 durchschnittlich 36,9 Tagesdosen je Erwerbsperson verordnet wurden. 2004 waren es demgegenüber erst 16,1 Tagesdosen. Der Anstieg resultierte vorrangig aus der steigenden Verordnung der Substanz Pantoprazol. Während hiervon 2006 durchschnittlich erst eine Tagesdosis je Versicherungsjahr bei Erwerbspersonen verordnet worden war, waren es zehn Jahre später 15,5 Tagesdosen je Versicherungsjahr, also mehr als fünfzehnmal so viele. Maßgeblich mitverantwortlich für den Anstieg dürfte die protektive Gabe von Protonenpumpenhemmern bei Verordnungen nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) sein, heißt es im Report.

Starke regionale Unterschiede

Die Auswertung zeigt zudem starke regionale Unterschiede. Die meisten Medikamente wurden in Sachsen-Anhalt (329 Tagesdosen) und dem Saarland (328 Tagesdosen) verordnet. Im Gegensatz dazu erhielten Erwerbstätige in Baden-Württemberg mit 257 die wenigsten Tagesdosen. Der Höchstwert liegt damit um gut ein Viertel über dem entsprechenden bundeslandspezifischen Tiefstwert.

Auch die durchschnittliche Anzahl der Arztkontakte mit Verordnung je Versicherungsjahr variiert bundeslandabhängig bei Erwerbspersonen zwischen 2,73 Kontakten in Sachsen und 3,64 Kontakten in Nordrhein-Westfalen und im Saarland. Auffällig erscheint das verhältnismäßig geringe Verordnungsvolumen in Berlin. Vor dem Hintergrund einer hohen Arztdichte in dieser Region wären auf den ersten Blick eher relativ hohe Verordnungsziffern – im Sinne einer angebotsinduzierten Nachfrage – zu erwarten. Während in Bezug auf die meisten Bundesländer mit steigenden Fehlzeiten auch regional ermittelte Verordnungsvolumen annähernd proportional zunehmen, bewegen sich die Verordnungsvolumen in den Stadtstaaten sowie auch in Brandenburg und Sachsen in Relation zu den regional ermittelten Fehlzeiten auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau. Bei vergleichbarem Krankenstand wird also in den Stadtstaaten und dabei insbesondere in Berlin, aber auch in Sachsen und Brandenburg eine geringere Anzahl an Tagesdosen als in den übrigen Bundesländern verordnet.

Eine mögliche Erklärung für die niedrigen Verordnungsvolumen in den Stadtstaaten könnte die bessere Verfügbarkeit nichtmedikamentöser Therapieoptionen wie zum Beispiel Krankengymnastik oder Psychotherapie in Ballungsräumen sein, mutmaßen die Experten der TK.

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