Umfrage: Arzneimittel-Lieferengpässe werden für Bürger zur Realität

by | May 14, 2024

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Laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie haben bereits 41 Prozent der Deutschen persönliche Erfahrungen mit Lieferengpässen bei Arzneimitteln gemacht.

 

Immer mehr Bundesbürger bekommen die direkten Auswirkungen von Lieferengpässen bei Arzneimitteln zu spüren. Das ergab nun die repräsentative Insa-Umfrage „Pharmastandort Deutschland“ im Auftrag des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI). 41 Prozent der Befragten haben bereits persönliche Erfahrungen machen müssen, weshalb 81 Prozent fordern, dass Deutschland unabhängiger von globalen Lieferketten werden muss.

Ebenso sind 82 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Bundesregierung bessere Rahmenbedingungen für die Ansiedlung von pharmazeutischen Unternehmen sowie für die pharmazeutische Forschung und Produktion in Deutschland schaffen muss. Denn: 51 Prozent der Teilnehmer sind besorgt, dass die Zahl der Arzneimittelhersteller in Deutschland in den nächsten fünf Jahren deutlich sinken wird.

Kosten für Medikamente zu hoch

76 Prozent der Befragten sind zudem der Meinung, die Bundesregierung  müsse die in Deutschland tätigen Pharmaunternehmen stärker und besser schützen, beispielsweise vor Insolvenzen und Abwanderung. Weiter müsse die übermäßige Bürokratie im Gesundheitssystem abgebaut werden, die laut 77 Prozent zu Kostensteigerungen führen würde. Denn zu hohe Medikamentenpreise kritisieren ebenfalls 72 Prozent der Befragten.

Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des BPI, betont die Dringlichkeit der Lage: „Lieferengpässe bedeuten nicht nur eine Gefahr für die Gesundheitsversorgung, sondern auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland, für Fortschritt, Wohlstand und Arbeitsplätze. Es ist höchste Zeit, dass die Politik handelt und gemeinsam mit der Pharmaindustrie nachhaltige Lösungen entwickelt.“ Gleichzeitig betont er, dass die Industrie keine Subventionen braucht, aber sehr wohl Rahmenbedingungen, in denen sie auskömmlich forschen, entwickeln und produzieren könne.

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