Arbeitnehmer immer häufiger krank

by | Apr 30, 2024

Anhoren

Teilen

 

Analyse der DAK-Gesundheit zeigt: Nach Rekordwerten in 2022 und 2023 bleibt der Krankenstand auch im ersten Quartal hoch.

 

Verfestigt hat sich der Krankenstand in Deutschland: Im ersten Quartal lag er bei 5,8 Prozent und damit auf ähnlich hohem Niveau wie schon im Vorjahresquartal (5,9 Prozent). In den ersten zwölf Wochen des Jahres fehlten bereits 38 Prozent der Beschäftigten mindestens einmal mit einer Krankschreibung. Jüngere Beschäftigte waren dabei häufiger betroffen als ältere: Bei den unter 20-Jährigen hatten 59 Prozent mindestens eine Krankschreibung, bei den über 60-Jährigen nur 33 Prozent. Bei den Jüngeren dauerte ein Krankheitsfall durchschnittlich 4,4 Tage, bei den Beschäftigten ab 60 waren es pro Fall im Durchschnitt 18 Tage, zeigt die Statistik der DAK.

„Beim Krankenstand in Deutschland ist keine Entwarnung in Sicht“, kommentiert Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. „Nach Rekordwerten in den Jahren 2022 und 2023 haben sich die hohen Ausfallraten bei den Beschäftigten auch im ersten Quartal 2024 verfestigt. Die erhoffte und erwartete Trendwende ist in den ersten Monaten des Jahres nicht eingetreten.“

Viele Atemwegserkrankungen

Nach wie vor sind besonders viele Menschen in Deutschland aufgrund von Atemwegserkrankungen nicht zur Arbeit erschienen. Der Anteil der Infekte am Krankenstand liegt bei 26 Prozent und ist für 135 Fehltage je 100 Versicherte verantwortlich. Aber auch Muskel-Skelett und psychische Erkrankungen führen die Liste der Krankschreibungen an. Sie sind für 88, respektive 77 Fehltage je 100 Versicherte verantwortlich, heißt es in der DAK-Analyse. Das Aufkommen sei sogar geringfügig höher als im Vorjahr: Im ersten Quartal 2023 verursachten Rückenschmerz und vergleichbare Probleme 87 und psychische Erkrankungen 76 Fehltage je 100 Versicherte.

Das könnte Sie auch interessieren

Klinik-Atlas: Kritik an Bürokratie

Vor allem von der Bundesärztekammer und der Deutschen Krankenhausgesellschaft kommt deutliche Kritik am heute vorgestellten Klinik-Atlas. Für Lauterbach ist er wichtiges Element einer Qualitätsoffensive. 

Vor allem von der Bundesärztekammer und der Deutschen Krankenhausgesellschaft kommt deutliche Kritik am heute vorgestellten Klinik-Atlas. Für Lauterbach ist er wichtiges Element einer Qualitätsoffensive. 

Ambulantisierung als Chance für Kliniken

Planungsunsicherheit für Kliniken ist weiterhin elementar – zahlreiche Gesetzesänderungen wurden durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) angekündigt. Eine Sache ist aber definitiv klar: Das Sozialgesetzbuch definiert in §39 SGB V „ambulant vor stationär.“ Seit Jahren ist dieser wichtige Aspekt bekannt und dennoch findet die Umsetzung in Kliniken nur wenig Begeisterung, attestiert Gastautor Arne Westphal.

Planungsunsicherheit für Kliniken ist weiterhin elementar – zahlreiche Gesetzesänderungen wurden durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) angekündigt. Eine Sache ist aber definitiv klar: Das Sozialgesetzbuch definiert in §39 SGB V „ambulant vor stationär.“ Seit Jahren ist dieser wichtige Aspekt bekannt und dennoch findet die Umsetzung in Kliniken nur wenig Begeisterung, attestiert Gastautor Arne Westphal.