Apotheken Geschäftsklima Index auf Allzeittief

by | Jul 11, 2024

Anhoren

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Die Mischung aus mangelnder Vergütung und steigenden Kosten sorgt für schlechte Stimmung bei den Apothekern im Land, zeigt der Apotheken Geschäftsklima Index von Aposcope.

Die aktuell zu bewältigenden Herausforderungen am Apothekenmarkt sind existenzbedrohend. Das zeigt der aktuelle Apotheken Geschäftsklima Index (AGI) von Aposcope. Im Juni sinkt der Index auf einen Wert von minus 26 und damit auf ein Allzeittief. Das starre Festhalten an einer nicht auskömmlichen Vergütung und die zeitgleich steigenden Kosten werden von den Befragten am häufigsten als Geschäftshemmnisse angegeben. Auf Platz drei der Liste von Geschäftshemmnissen landen die Lieferengpässe: 95 Prozent gaben an, stark bis mäßig von ihnen betroffen zu sein.

Tom Bellartz, Gründer von Aposcope, sieht im aktuellen Apotheken Geschäftsklima Index ein deutliches Notsignal: „Die Auswertung verdeutlicht, dass die Schlinge um den Apotheken-Hals sich von mehreren Seiten zuzieht: Es sind nicht nur Lieferengpässe oder die von Lauterbach ins Feld geführte Bürokratie, die den Apotheken zusetzen, sondern vor allem eine nicht länger auskömmliche Vergütung, die wiederum Folgeprobleme wie Personalmangel oder Schwierigkeiten bei der Nachwuchsgewinnung mit sich bringt.“

Auch der Blick in die Zukunft zeichnet ein negatives Bild: Lediglich sechs Prozent der Befragten schätzen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Apotheken in den kommenden drei Monaten verbessern wird. Seit April 2024 hat der AGI nun jeden Monat aufs Neue ein Allzeittief erreicht, mit dem aktuellen Negativrekord von -26 im Juni 2024.

Für den Index werden monatlich rund 100 Apothekeninhaber per Online-Befragung zur aktuellen konjunkturellen Lage ihrer Apotheke(n) sowie zu ihren Geschäftserwartungen für die nächsten drei Monate befragt. Aus den Antworten bildet sich der AGI.

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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