Ärztestreik in UK beendet

by | Jan 11, 2024

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Der National Health Service hat den sechstägigen Streik der Assistenzärzte überstanden – vermutlich mit wenig Veränderung für die Ärzte, aber tiefen Verwerfungen im britischen Gesundheitswesen.

Es geht ihnen um 35 Prozent mehr Lohn, eine Forderung, der die „Junior Doctors“ in Großbritannien mit einem sechstägigen Streik Nachdruck verliehen haben. 75.000 Asisstenzärzte und damit rund 50 Prozent haben sich am Streik beteiligt, heißt es in einer ersten Bilanz. Zahlreiche Termine, Eingriffe und Operationen mussten verschoben werden.

Matthew Taylor, CEO der NHS Confederation glaubt, dass „die Auswirkungen dieser Arbeitskampfwelle wahrscheinlich noch lange zu spüren sein werden. Die Verantwortlichen des NHS und ihre Teams stehen nun vor der Herausforderung, über 100.000 Patienten, deren geplante Behandlung verschoben wurde, neu zu buchen.”

Was Taylor jedoch noch mehr Sorgen bereitet: Patienten wurden dazu aufgerufen, möglichst nicht krank zu werden und nur in dringenden Fällen den NHS zu kontaktieren. Daher wisse man aktuell auch nicht, wie viele Patienten diesem Aufruf gefolgt seien und in den kommenden Wochen und Monaten einen Behandlungstermin anfragen. „Damit beläuft sich die Gesamtzahl der abgesagten Termine und Operationen im letzten Jahr auf über 1,3 Millionen. Wir glauben allerdings, dass dies deutlich zu konservativ geschätzt sein könnte, weil die Trusts in Zeiten des Arbeitskampfes vorsorglich keine Termine vergeben haben, so dass die tatsächliche Zahl der abgesagten Termine doppelt so hoch sein könnte”, befürchtet Taylor.

Joe Harrison, Leiter des Universitätskrankenhauses in Milton Keynes sagte gegenüber der BBC, dass alleine in seinem Haus 200 ambulante Termine und mehr als 100 Eingriffe abgesagt werden mussten. Den Einkommensverlust sowie die Mehrkosten schätze man dort auf etwa eine Million Pfund.

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