US-Geschäft und Abnehmspritze beflügeln den Umsatz von Novo Nordisk in 2024. Allerdings nimmt auch der Druck zu – durch Wettbewerb und Politik.
Eigentlich läuft es richtig gut beim dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk, der mit seinen Q4-Zahlen 2024 auch noch einmal die Erwartungen des Marktes deutlich übertreffen konnte. 28,23 Milliarden dänische Kronen (3,78 Milliarden Euro) Nettogewinn stehen im vierten Quartal in den Büchern. Die Schätzungen lagen bei rund 26 Milliarden Kronen.
Und ja, wenig überraschend steht die Abnehmspritze Wegovy hinter dem monetären Erfolg des Konzerns. Hier verdoppelte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr auf 19,87 Milliarden Kronen (2,66 Milliarden Euro), was einem Plus von 107 Prozent zum Vorjahresquartal entspricht.
Entsprechend gut sieht auch die Gesamtbilanz 2024 aus. Plus 25 Prozent beim Betriebsergebnis (26 Prozent bei konstanten Wechselkursen) auf 128,3 Milliarden Kronen (17,2 Milliarden Euro). Der Umsatz der North America Operations stieg sogar um 30 Prozent.
Trump lässt Konzernspitze vorsichtiger werden
Was 2024 noch für diese Rekordzahlen gesorgt hat, könnte sich unter Präsident Trump allerdings auch negativ auswirken – Stichwort Grönland. Vielleicht blieb die Konzernspitze bei Novo Nordisk auch deshalb vorsichtig bei der Prognose des Umsatzwachstums mit „nur“ 16 bis 24 Prozent. Zuvor war man von 18 bis 26 Prozent ausgegangen. Neben der politischen Situation sind es aber auch die Mitbewerber, die ebenfalls mit Abnehm-Alternativen auf den Markt drängen, womit Novo Nordisk nicht mehr dieselben Preise durchsetzen kann.
An der Börse feiern Anleger allerdings erst mal die aktuellen Erfolge. Für das Novo Nordisk Papier ging es rund vier Prozent nach oben. Und auch die Analysten glauben weiterhin an den Erfolg des Konzerns. Von JPMorgan gab es ein klares „buy“ nach diesen Zahlen.
Weitere Asse in der Pipeline
Das könnte auch daran liegen, dass man sich bei Novo Nordisk nicht auf den aktuellen Erfolgen ausruht. Mit CagriSema haben die Dänen ein weiteres Adipositas-Medikament in der Pipeline, dass in der aktuellen REDEFINE-1-Studie bei Erwachsenen mit Adipositas oder Übergewicht eine überdurchschnittliche Gewichtsabnahme von 22,7 Prozent erzielt hat. Eine weitere Studie ist bereits geplant. Nach aktuellem Stand soll die Zulassung für das Medikament schon im kommenden Jahr erfolgen. Und dann berichtet der Konzern noch von ersten Erfolgen einer Phase-1b/2a-Studie mit injizierbarem Amycretin bei Menschen mit Übergewicht oder Fettleibigkeit. Dahinter verbirgt sich ein neuer Ansatz, weil sich Amycretin auf die biologischen Mechanismen konzentriert, die an der Regulierung des Appetits und dem Stoffwechsel beteiligt sind.



