ABDA sorgt sich um Patientensicherheit beim E-Rezept

by | Mar 15, 2024

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Die Kritik richtet sich gegen das CardLink-Verfahren, das mit erheblichen Sicherheitsrisiken verbunden sei. Das BMG hat seine 51-Prozent-Mehrheit an der gematik genutzt, um die Technologie durchzusetzen. 

 

Es könne das erst kürzlich ausgerollte E-Rezept-System angreifbar machen, betont die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) Gabriele Regina Overwienig. Was sie meint, ist das sogenannte CardLink-Verfahren, mit dem Patienten ihre E-Rezepte an Apotheken weiterleiten können, indem sie die Smartphone-Apps von Drittanbietern nutzen. Trotz zahlreicher Warnungen habe das Bundesgesundheitsministerium (BMG) die Technologie über seine 51-Prozent-Mehrheit an der gematik nun durchgesetzt. Alle anderen Gesellschafter hätten dagegen gestimmt, heißt es in einer Mitteilung der ABDA. Das sei ein Novum.

„Die in Deutschland sichere Arzneimittelversorgung darf nicht über unsichere Smartphone-Apps gefährdet werden. Dass das BMG in seinem selbst herbeigeführten Beschluss nun auch noch die Verantwortung für den neuen E-Rezept-Einlöseweg auf die Apotheken abwälzt, ist absolut inakzeptabel”, schimpft Overwiening.

Die ABDA kritisiert das CardLink-Verfahren vor allem deshalb, weil die Smartphone-Apps nicht denselben strengen Anforderungen der gematik entsprechen und es den Patienten nicht zuzumuten sei, zu bewerten, welche Lösungen von Drittanbietern sicher seien. „Dass das Ministerium nun in einer bemerkenswerten Abstimmung erstmals seine 51-Prozent-Mehrheit nutzt, um den Partikularinteressen vereinzelter Großkonzerne nachzukommen, schockiert uns“, sagt die ABDA-Präsidentin.

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