Das Biotech-Unternehmen Aliada entwickelt Therapien, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Das ist dem Pharmakonzern Abbvie 1,4 Milliarden US-Dollar wert.
Pharmakonzern Abbvie übernimmt das in Boston ansässige Biotech-Unternehmen Aliada Therapeutics. Das gaben beide Unternehmen nun bekannt. 1,4 Milliarden US-Dollar ist Abbvie die Übernahme wert, wobei vor allem Aliadas führende Therapie, ALIA-1758, im Fokus stehen dürfte. Der Anti-Pyroglutamat-Amyloid-Beta-Antikörper wurde als Alzheimer-Therapie entwickelt.
„Neurowissenschaften sind einer unserer wichtigsten Wachstumsbereiche, und wir sind bestrebt, Innovationen in diesem Bereich voranzutreiben, um den entscheidenden ungedeckten Bedarf von Patienten zu decken, die mit schwerwiegenden neurologischen Erkrankungen wie der Alzheimer-Krankheit leben“, sage Roopal Thakkar, M.D., Executive Vice President, Forschung und Entwicklung und Chief Scientific Officer, AbbVie. Und genau das will man bei Abbvie: ALIA-1758 als Alzheimer-Therapie weiter vorantreiben. Grundsätzlich sei man aber auch an der Aliadas Technologie interessiert, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Hier sieht Thakkar großes Potenzial für die eigenen Forschungs-Kapazitäten und die „nächste Generation von Therapien“ für neurologische Erkrankungen und andere Krankheiten.
Aliadas Chief Medical Officer Dr. Michael Ryan freut sich, dass mit Abbvies Engagement ALIA-1758 möglichst schnell für Alzheimer-Patienten verfügbar gemacht werden könnte. „Viele vielversprechende, auf das ZNS ausgerichtete Therapien scheitern an der Unfähigkeit, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, und erreichen daher nicht die späten Stadien der Studien. Unsere Model-Plattform geht diese Herausforderung direkt an, indem sie zielgerichtete Medikamente effizient bereitstellt und die Behandlung neurologischer Erkrankungen möglicherweise verändert.“
Um die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, zielt man bei Aliada auf Transferrin- und CD98-Rezeptoren ab, die in den Endothelzellen des Gehirns stark exprimiert werden. Durch die Entwicklung von hochoptimierten TfR- oder CD98-Bindern ist die Model-Plattform darauf ausgelegt, verschiedene Arten von biologischen Ladungen ins Gehirn zu bringen, darunter therapeutische Antikörper und genetische Arzneimittel wie siRNA.
Auch ALIA-1758 nutzt TfR, um einen 3pE-Aβ-Antikörper durch die Blut-Hirn-Schranke zu transportieren, um den Abbau und die Beseitigung von Amyloid-Beta-Plaques, einem pathologischen Merkmal der Alzheimer-Krankheit, zu ermöglichen. Dieser Prüfkandidat befindet sich derzeit in einer klinischen Phase-1-Studie zur Bewertung seiner Sicherheit und Verträglichkeit bei gesunden Teilnehmern.
Für die Übernahme wird Abbvie nun alle ausstehenden Aliada-Aktien in bar erwerben. Dort rechnet man noch mit einem Abschluss der Transaktion in diesem Jahr – vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen und anderer üblicher Abschlussbedingungen.



