9,5 Millionen US-Dollar für schwedischen Healthcare-Co-Piloten

by | Jun 20, 2024

Anhoren

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Das schwedische KI-Startup Tandem Health hat in einer Seed-Runde 9,5 Millionen US-Dollar für seinen Healthcare-Co-Piloten eingesammelt – unter anderem von OpenAI und Deepmind.

Das schwedische Startup Tandem Health wurde vor weniger als eine Jahr gegründet und kann doch schon einen bedeutenden Meilenstein feiern. 9,5 Millionen US-Dollar gab es nun von Investoren in einer Seed-Runde für die Weiterentwicklung des KI-gesteuerten Co-Piloten für Klinker im Gesundheitswesen. Angeführt wurde die Seed-Runde vom Berliner VC Northzone. Mit dabei sind der auf das Gesundheitswesen spezialisierte VC Amino Collective, die KI-Pioniere OpenAI und Deepmind sowie der Gründer des schwedischen Gesundheitskonzerns Capio.

Seit August 2023 arbeiten Lukas Saari, Oliver Åstrand und Oscar Boldt-Christmas an ihrem Klinik-Co-Piloten, der KI nutzt, um Ärzte bei verschiedenen Aufgaben zu unterstützen, ihren Verwaltungsaufwand zu verringern und es ihnen zu ermöglichen, sich auf eine hochwertige Patientenversorgung zu konzentrieren.

Dafür hört die Tandem-KI beispielsweise bei Gesprächen zwischen Patienten und Ärzten zu, transkribiert das Gespräch und erstellt im Anschluss einen Entwurf für eine medizinische Notiz. Somit liegt den Mediziner direkt einen Entwurf vor, der in wenige Minute überprüft und gegebenenfalls angepasst werden kann.

KI bereits im Einsatz

Was die Investoren aber vor allem überzeugt hat: Die Tandem-KI ist schon heute auf verschiedene Sprachen und medizinische Kontexte anpassbar und kann leicht in unterschiedliche elektronische Patientenakten integriert werden. Tandem Health bedient in Schweden bereits über 50 Gesundheitseinrichtungen aus den verschiedenen medizinischen Fachbereichen. „Wir sind grundsätzlich an allen größeren Ländern in Europa interessiert. In welchem Land wir beginnen, hängt davon ab, wo wir die richtigen Partner finden”, sagt CEO Lukas Saari.

Und Northzone-Partner Pär-Jörgen Pärson sagt: „Wir sind begeistert, mit dem Team zusammenzuarbeiten, und glauben, dass es eine einzigartige Kombination aus Technologie- und Gesundheitsexpertise sowie ein tiefes europaweites Branchennetzwerk besitzt. Tandem ist gut positioniert, um mit seinem KI-Co-Piloten für Kliniker, der das Potenzial hat, die Gesundheitsversorgung zu revolutionieren, zu einem kategoriedefinierenden Akteur im europäischen Gesundheitssektor zu werden.”

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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