43 Millionen US-Dollar für KI-gesteuerte Herzgeräte

by | Jul 10, 2024

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Octagos Health gibt erfolgreiche Kapitalerhöhung für seine KI-gesteuerte Plattform für medizinische Herzgeräte wie Schrittmacher oder Defibrillatoren bekannt.

Vor allem Fonds des US-Vermögensverwalters Morgen Stanley Expansion Capital haben sich an der Serie-B-Investitionsrunde des US-Gesundheitstechnologie-Anbieters Octagos Health beteiligt. Aber auch andere strategische Investoren haben insgesamt 43 Millionen US-Dollar investiert. Überzeugt hat sie die Vision von Octagos, Patienten mit Herzerkrankungen besser zu versorgen und vor allem zu überwachen. Dafür hat das Unternehmen eine KI-gesteuerte Plattform entwickelt, die eine Datenanalyse sämtlicher beim Patienten im Einsatz befindlicher Herzgeräte ermöglicht – vom Herzschrittmacher über den Defibrillator bis hin zu ambulanten Monitoren und Wearables.

Dabei sorgt Atlas AI, die firmeneigene Technologie des Unternehmens, für eine hohe Genauigkeit und ist nach Angaben von Octagos besonders empfindlich, wenn es darum geht, klinisch relevante Ergebnisse zu erkennen. Für die Behandler wiederum bedeutet der Einsatz der KI automatisierte Arbeitsabläufe sowie eine solide Informationsbasis, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Zudem verfügt die Plattform über eine nahtlose Integration in die elektronische Gesundheitsakten (EHR) und anpassbare Berichtsfunktionen, was bereits viele kardiologische Praxen in den USA überzeugt habe, wie Octagos-CEO Dr. Shanti Bansal, selbst Kardiologe, betont: „Durch die Kombination von KI, Patientenservices und bidirektionaler EHR-Integration ermöglicht die Octagos Health-Plattform Kardiologen eine effiziente Überwachung von Patienten, eine bessere Patientenversorgung und eine höhere Wirtschaftlichkeit.”

Kapitalerhöhung als Wachstumsbeschleuniger

Die neuen Millionen will man bei Octagos vor allem als Wachstumskatalysator nutzen. Außerdem sollen sie dazu beitragen, dass sich Octagos weitere Felder der kardiologischen Versorgung erschließen kann. „Unser Ziel ist es, eine umfassende KI-basierte klinische Entscheidungshilfe für das Gesundheitswesen zu entwickeln“, skizziert Dr. Bansal die langfristige Perspektive.

Dieses Potenzial sieht man auch bei Morgan Stanley, wie Melissa Daniels, Managing Director von Morgan Stanley Expansion Capital unterstreicht: „Octagos Health hat außergewöhnliches Wachstum und Innovation in einem wichtigen Bereich des Gesundheitswesens gezeigt. Wir sind davon überzeugt, dass die Plattform sowie die vertikal integrierte Software die Patientenversorgung deutlich verbessern und die Herzüberwachungsprozesse für Gesundheitsdienstleister rationalisieren werden.”

Investor Mucker Capital war bereits bei vorherigen Finanzierungsrunden an Bord. Dort ist man überzeugt, dass Octagos Health nun bereit für die Skalierung ist. „Branchenführende Bruttomargen, ein sehr klebriges Produkt, das von Ärzten und Klinikpersonal geliebt wird, und ein Markt, der bereit ist für die Disruption durch künstliche Intelligenz”, fasst es Will Hsu, Mitbegründer und Partner bei Mucker Capital, etwas salopp zusammen. „Die neue Finanzierungsrunde wird Octagos Health dabei helfen, weitere Datenquellen aus verschiedenen Diagnose- und Verbrauchergeräten hinzuzufügen und das Angebot weiter zu differenzieren.”

 

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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