40 Millionen Euro für neues KI-Forschungsprogramm in Dresden

von | Nov. 28, 2024

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Die Boehringer Ingelheim Stiftung, die Max-Planck-Gesellschaft, die TU Dresden und der Freistaat Sachsen wollen gemeinsam ein Forschungsprogramm Biomedizinische Künstliche Intelligenz aufsetzen.

 

BioAI Dresden heißt das Forschungsprogramm, für das die Boehringer Ingelheim Stiftung, die Max-Planck-Gesellschaft, die TU Dresden sowie der Freistaat Sachsen insgesamt 40 Millionen Euro aufbringen. Die Hälfte davon kommt alleine von der gemeinnützigen Boehringer Ingelheim Stiftung. Die Max-Planck-Gesellschaft, die TU Dresden und der Freistaat Sachsen finanzieren die andere Hälfte des Vorhabens, das Forschung im Bereich der biologischen und biomedizinischen KI ermöglichen soll. Dazu entsteht ein neuer Bereich mit zwei Forschungsgruppen, angesiedelt am Zentrum für Systembiologie Dresden (CSBD), einem interinstitutionellen Zentrum zwischen dem Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG), dem Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme (MPIPKS) und der Technischen Universität Dresden.

Darüber hinaus wird der neue Forschungsbereich im engen partnerschaftlichen Austausch mit dem AITHYRA Institut in Wien stehen. Dieses wurde im September 2024 gegründet und wird ebenfalls von der Boehringer Ingelheim Stiftung gefördert.

„Sachsen ist auf dem Gebiet der Medizin- und Biotechnologie ein Kompetenzzentrum mit weltweiter Strahlkraft“, betont Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. Mit dem neuen Forschungsprogramm stelle man nun Weichen für die Zukunft. „Künstliche Intelligenz wird sich in den kommenden Jahren immer stärker in unserer Lebensrealität einfinden. Diese Chancen wollen wir auch für die Biomedizin nutzen.“

Verknüpfung birgt Potenzial

„BioAI Dresden“ soll innovative KI-Methoden mit biochemischem und physikalischem Wissen über die Skalen der Biologie hinweg kombinieren und soll so entscheidend zu einem neuen wissenschaftlichen Verständnis der menschlichen Gesundheit beitragen. Die Auswahl und Berufung auf Direktoren- und Forschungsgruppenleiterebene wird nach den Exzellenzkriterien und Verfahren der Max-Planck-Gesellschaft erfolgen.

Die Verknüpfung von Biomedizin und künstlicher Intelligenz birgt ein enormes Potential, das nur durch umfassende und fachübergreifende Kooperationen gehoben werden kann, betont der Vorstandsvorsitzende der Boehringer Ingelheim Stiftung Christoph Boehringer und verweist auf die kürzlich verwiesenen Nobelpreise: „Unser Engagement soll auch den europäischen Gedanken der wissenschaftlichen Freiheit und der länderübergreifenden Zusammenarbeit beflügeln. Eine herausragende Zusammenarbeit, die dem Wohle aller Menschen in Europa – und darüber hinaus – dient.“

KI-Forschung in Europa stärken

Insgesamt soll das neue Forschungsprogramm die KI-Forschung in Europa weiter stärken, denn es gebe viele gute Gründe, dieses Feld nicht alleine den großen Tech-Unternehmen zu überlassen, glaubt auch Prof. Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft: „Grundlagenforschung kann und wird Fragen adressieren, die gewinnorientierte Unternehmen nicht aufgreifen, die aber gerade von großem Nutzen für die Allgemeinheit sein können.“

Und der neue Zusammenschluss kann dafür eine Brücke zwischen Disziplinen, Akteuren und Standorten schlagen, ist Prof. Ursula Staudinger, Rektorin der TU Dresden, überzeugt: „Dieses Vorhaben verstärkt zum einen die Brücke zwischen der TUD und dem Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik, die im CSBD gemeinsam forschen. Zum anderen passt es sehr gut zu unserem Forschungsschwerpunkt im Bereich der Digital Sciences.“

Ready for Revolution

Und die KI könne dabei helfen, die Komplexität lebende System zu entschlüsseln, sagt Prof. Stephan Grill, Direktor des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik: „Dieses spannende Gemeinschaftsprojekt wird es uns ermöglichen, eine neue Generation physikbasierter biomedizinischer KI-Algorithmen zu entwickeln, um die Prinzipien und Mechanismen zu identifizieren, die lebende Systeme ausmachen. Damit sind wir hier am Standort bestens positioniert, um die nächste Revolution in den Lebenswissenschaften voranzutreiben.“

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