Um ein großes KI-Rechenzentrum an der Universität zu Lübeck aufbauen zu können, fördert das Bundesforschungsministerium zwei AnoMed-Projekte mit insgesamt 29 Millionen Euro.
Sichere und vertrauenswürdige KI kann in Zukunft auch in der Medizin einen erheblichen Mehrwert bieten, sind sich Forschung und Wissenschaft einig. Und genau hierfür erhält die Universität zu Lübeck nun 29 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium. Im Rahmen zweier AnoMed-Projekte soll unter anderem ein großes KI-Rechenzentrum aufgebaut werden. Dieses „sichere und leistungsfähige Zentrum“ soll zu den größten Einrichtungen dieser Art im öffentlichen Forschungsumfeld in Norddeutschland zählen und optimale Bedingungen für Spitzenforschung an sehr großen KI-Modellen schaffen. Insbesondere für hochsensible medizinische Daten soll mit dem KI-Rechenzentrum AnoMed eine Infrastruktur entstehen, die leistungsfähige KI-Forschung und höchste Sicherheitsstandards, auch im Quantenzeitalter, verbindet. Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Universität zu Lübeck bereits seit mehreren Jahren in diesem wichtigen Bereich.
„In den nächsten Jahren erwarten wir erhebliche Verbesserungen für die Patienten durch die Unterstützung der Behandlung mit Künstlicher Intelligenz“, ist sich Prof. Dr. Helge Braun, Präsident der Universität zu Lübeck, sicher und betont die Pionierarbeit, die Prof. Dr. Esfandiar Mohammadi vom Institut für IT Sicherheit und sein Team leisten, um die Datennutzung überhaupt vertrauenswürdig zu machen. „Bei dieser Arbeit wird uns das leistungsstarke KI-Rechencluster sehr voranbringen und auch anderen Forschenden steht diese beeindruckende Infrastruktur natürlich offen“, führt Prof. Braun weiter aus.
Fertigstellung noch in diesem Jahr
Auf einer Fläche von 400 Quadratmetern soll das KI-Rechenzentrum noch in diesem Jahr aufgestellt und in Betrieb genommen werden. Hierfür wird eine eigenständige Infrastruktur mit neu aufgebauter Energie- und Kühlversorgung sowie abgesicherten Rechen- und Datenbereichen realisiert. Vernetzte Hochleistungs-Cluster erzielen mit GPUs der neuesten Technologie eine erwartete Gesamtrechenleistung von über 3.000 PetaFlops für das Training von KI-Modellen. Somit werden technische Voraussetzungen für anspruchsvolle KI-Anwendungen in Wissenschaft und Forschung geschaffen. Zentraler Aspekt ist der Aufbau eines Schutz- und Servicekonzepts, um hochschutzbedürftige Daten sicher verarbeiten zu können. Das Projekt widmet sich außerdem Forschungsfragen zur sicheren Nutzung sensibler Daten und zur Weiterentwicklung moderner Anonymisierungsverfahren.
„Mit AnoMed erreichen wir eine neue Größenordnung in der Forschung für sichere KI“, sagt Prof. Dr. Esfandiar Mohammadi, wissenschaftlicher Leiter des Kompetenzclusters AnoMed und Leiter der Arbeitsgruppe Privacy & Security des Instituts für IT-Sicherheit der Universität zu Lübeck und ergänzt: „Die neue Infrastruktur ermöglicht es uns, sehr große KI-Modelle unter hohen Sicherheitsanforderungen zu entwickeln und zu analysieren.“ Bereits seit 2022 forschen Prof. Mohammadi und sein Team an den Projekten AnoMed I und II und haben dafür bereits 17 Millionen Euro Förderung vom Bundesforschungsministerium erhalten. Mit der neuen Bewilligung liegt die Gesamtförderung dann bereits bei 46 Millionen Euro, was vor allem Prof. Mohammadi sehr freut.
Die Rechenkapazitäten stehen nicht nur anderen wissenschaftlichen Forschungsgruppen zur Verfügung, sondern sollen darüber hinaus für Ausbildungsformate und Hackathons genutzt werden. Auch das Land Schleswig-Holstein beteiligt sich an dem Projekt durch Unterstützung und Finanzierung des Betriebs der Infrastruktur und ermöglicht so eine Teilhabe der Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen des Landes. Die Erschließung des Geländes übernimmt die Universität zu Lübeck und trägt die vorbereitenden Bautätigkeiten mit dem Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH).



