250 Millionen Menschen wissen nichts von ihrem Diabetes

von | Apr. 7, 2025

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Neue Schätzungen des IDF-Diabetes-Atlas zeigen: Fast jeder neunte Erwachsene ist an Diabetes erkrankt – viele davon, ohne es zu wissen.

 

Heute beginnt in Bangkok der Weltdiabeteskongress der Internationalen Diabetes Federation (IDF), auf der auch die Ergebnisse des elften Diabetes-Atlas vorgestellt werden – und die sind alarmierend. Mittlerweile lebt fast einer von neun Erwachsenen mit Diabetes. Das sind weltweit 589 Millionen Menschen – und schätzungsweise 252 Millionen davon wissen noch nichts von ihrer Erkrankung, wodurch sie einem erhöhten Risiko schwerer Komplikationen ausgesetzt sind. Was außerdem besorgniserregend ist: Die Tendenz ist steigend. Bis 2050 könnte die Zahl der Erwachsenen Diabetiker auf 853 Millionen ansteigen. Dabei leben drei von vier Erwachsenen mit Diabetes in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

Diese Zahlen des jüngsten IDF-Diabetes-Atlas unterstreichen die dringende Notwendigkeit einer verbesserten Prävention, Früherkennung und Intervention, um die Belastung zu bewältigen, die Diabetes für den Einzelnen, die Gemeinschaften, die Gesundheitssysteme und die Volkswirtschaften darstellt. Im Jahr 2024 werden die weltweiten Gesundheitsausgaben im Zusammenhang mit Diabetes zum ersten Mal die Grenze von einer Billion US-Dollar überschreiten; im Jahr 2021 waren es noch 966 Milliarden US-Dollar. Der IDF-Diabetes-Atlas wurde erstmal im Jahr 2000 veröffentlicht.

Beweise für dringende Handlungsnotwendigkeit

„Die neuen Daten liefern aussagekräftige Beweise, die zum Handeln anregen und Initiativen fördern sollten, um das Leben der vielen Millionen Menschen, die heute mit Diabetes leben, zu verbessern und mehr Menschen zu ermutigen, Diabetes bei Risikopersonen zu erkennen”, sagt Prof. Dianna Magliano, die gemeinsam mit Prof. Edward Boyko den Vorsitz des IDF-Ausschusses für den Diabetes-Atlas innehat. Und Boyko ergänzt: „Um dem steigenden Trend entgegenzuwirken, bedarf es eines stärkeren Bewusstseins, einer Konzentration auf die Prävention und einer kontinuierlichen Überwachung der Diabetesprävalenz, um eine genaue Beobachtung der weltweiten Auswirkungen von Diabetes zu ermöglichen.”

Worauf beide anspielen: Diabetes ist mit schwerwiegenden Komplikationen verbunden, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenversagen, Nervenschäden und Sehkraftverlust. Die neuesten Daten zeigen, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes, der über 90 Prozent aller Diabetesfälle ausmacht, ein um 84 Prozent höheres Risiko für eine Herzinsuffizienz haben als Menschen, die nicht an dieser Krankheit leiden. Auch deshalb fordert die IDF Regierungen rund um den Globus dazu auf, in Programme zur Gesundheitsvorsorge zu investieren, insbesondere in Regionen, in denen Diabetes häufig nicht diagnostiziert wird, um Menschen mit hohem Risiko frühzeitig zu erkennen und den Ausbruch von Diabetes und den damit verbundenen Komplikationen zu verzögern oder zu vermeiden.

IDF-Präsident Prof. Peter Schwarz sagte bei der Vorstellung der Studie: „Die Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit, auf nationaler und globaler Ebene energischere Maßnahmen zur Bekämpfung von Diabetes zu ergreifen.“ Vor allem Früherkennung und Aufklärung seien gefragt, wenn mehr als vier von zehn Menschen mit Diabetes noch nicht diagnostiziert wurden. „Die Bewältigung der steigenden Flut von Diabetes erfordert eine sektor- und fachübergreifende Zusammenarbeit. Regierungen, der Gesundheitssektor, das Bildungswesen, die Technologie und der Privatsektor müssen alle eine Rolle spielen.“ Die Konsequenzen, die sich ergeben, wenn man die Herausforderung Diabetes ignoriere oder ihr nicht genügend Aufmerksamkeit schenke, seien zu groß, betont Schwarz: „Untätigkeit angesichts dieser Pandemie ist keine Option”.

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