Die Übernahmewelle im Biotech-Sektor reißt auch im neuen Jahr nicht ab. Entsprechend im Fokus steht die Branche auch auf der heute startenden J.P. Morgan Healthcare Conference.
Und schon wieder eine Übernahme im Biotech-Sektor. Der Global Player GSK mit Hauptsitz in Großbritannien hat heute die Übernahme der in den USA ansässigen IDRx bekanntgegeben. Das Biotech hat sich auf die Entwicklung von Präzisionstherapeutika spezialisiert und hier insbesondere auf gastrointestinale Krebserkrankungen. Die sind GSK eine Milliarde US-Dollar in Form von Vorauszahlungen wert. Erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen in Höhe von 150 Millionen US-Dollar für die Zulassung kommen da noch einmal hinzu. Worauf es GSK vor allem angesehen hat, ist das Leitmolekül IDRX-42, das als Erst- und Zweitlinientherapie für die Behandlung von gastrointestinalen Stromatumoren entwickelt wird.
„IDRX-42 ergänzt unser wachsendes Portfolio im Bereich der gastrointestinalen Krebserkrankungen“, sagte Luke Miels, Chief Commercial Officer bei GSK. „Diese Akquisition steht im Einklang mit unserem Ansatz, Wirkstoffe zu erwerben, die validierte Zielmoleküle adressieren und bei denen trotz bereits zugelassener Produkte ein klarer medizinischer Bedarf besteht.“
Biotech im Fokus
Die Übernahmeankündigung passt zur heute in San Francisco startenden 43. Healthcare Conference von J.P. Morgan. Denn auch da sieht man M&A-Aktivitäten und den Biotech-Sektor als die beherrschenden Themen für das neue Jahr. Analyst Chris Schott sagt im Vorfeld der viertägigen Veranstaltung: „Wenn ich über die wichtigsten Themen für 2025 nachdenke, dann sind Fusionen und Übernahmen wirklich einer der Bereiche, denen wir unsere Aufmerksamkeit widmen werden. Die Bilanzen des gesamten Sektors sind in einer viel besseren Verfassung als zuvor. Wir sehen, dass der Biotech-Sektor weiterhin innovative Medikamente produziert, die in den Händen eines größeren Partners oder durch eine Übernahme maximiert werden können.“ Eben genau das, was die Übernahme von GSK nun widerspiegelt.
Dazu passen auch die vorläufigen Zahlen, die der australische Radiopharma-Spezialist Telix heute präsentiert hat – ebenfalls in San Francisco präsent. Demnach konnte die Australier mit 142 Millionen US-Dollar Umsatz im vierten Qaurtal eine Steigerung von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbuchen – den Großteil davon mit ihrem radiopharmazeutischen Diagnostik-Produkt Illuccix, welches bei der Bildgebung bei Prostatakrebs zum Einsatz kommt.
Mit Blick auf das Gesamtjahr 2024 konnte Telix die Erlöse sogar um 55 Prozent gegenüber 2023 seigern. Die Umsätze lagen bei 512 Millionen US-Dollar, womit man die schon angehobene Prognose (Korridor 490 bis 510 Millionen US-Dollar) sogar noch einmal übertroffen hat.
Für Investoren interessant
Mit Prognosen für 2025 will man bei Telix bis zur Vorlage des Jahresberichts am 20. Februar warten. Man sei aber „gut positioniert für eine signifikanten Expansion“, heißt es. Den ersten Zukauf für dieses Jahr konnte Telix bereits gestern vermelden: den japanischen Antikörper-Spezialisten ImaginAb, Inc für 45 Millionen US-Dollar. Auch eine Technologietransferlizenz ist teil des Beitrags. Weitere Biotech-Highlights als M&A-Kandidaten wird sicherlich die J.P. Morgan Healthcare Conference in den nächsten Tagen hervorbringen.



