Das Land Baden-Württemberg investiert 1,7 Millionen Euro in sechs Projekte zur Weiterentwicklung von Televisiten in Pflegeeinrichtungen. Ziel ist es, die Versorgung der Pflegebedürftigen zu verbessern und das Pflegepersonal zu entlasten.
Stuttgart – Mit einer Förderung von rund 1,7 Millionen Euro unterstützt das Land Baden-Württemberg sechs Projekte, die die Implementierung und Weiterentwicklung von Televisiten in Pflegeeinrichtungen vorantreiben sollen. Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha betonte am Donnerstag die Bedeutung dieser Initiative: „Durch den Einsatz von Televisiten wird das Zusammenwirken zwischen Pflegeeinrichtungen und Ärzteschaft effektiv ausgestaltet, die Versorgung der Pflegebedürftigen verbessert und schneller gewährleistet. Gleichzeitig trägt dies zur Entlastung des Pflegepersonals bei.“
Televisiten als Schlüssel zur verbesserten Versorgung
Die geförderten Projekte zielen darauf ab, Pflegeeinrichtungen mithilfe moderner Technologie die Möglichkeit zu bieten, ärztliche Konsultationen virtuell durchzuführen. Dies bedeutet, dass Bewohner von Pflegeeinrichtungen nicht mehr zwingend Arztpraxen aufsuchen müssen, um eine qualitativ hochwertige medizinische Betreuung zu erhalten. Dies ist besonders wichtig, da viele pflegebedürftige Personen in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Die Televisiten bieten eine Lösung für mehrere Herausforderungen im Bereich der Langzeitpflege, darunter der Fachkräftemangel, die sektorenübergreifende Kommunikation und die effiziente Nutzung von Ressourcen.
Digitalisierung in der Pflege vorantreiben
„Televisiten sind ein wichtiger Baustein im Rahmen der Digitalisierung in der Pflege“, unterstrich Minister Lucha. Die sechs geförderten Projekte spiegeln eine Vielfalt an Organisationsstrukturen wider. Zu den größeren Projektträgern gehören die AOK Baden-Württemberg, das Medizinische Versorgungszentrum II der Kreiskliniken Reutlingen gGmbH und das Landratsamt Bodenseekreis, die Televisiten in mehreren Pflegeeinrichtungen umsetzen werden. Darüber hinaus sind kleinere Träger wie die Diak Altenhilfe Stuttgart, Diakonie ambulant Schwarzwald-Baar e. V. und das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg beteiligt, die jeweils eine einzelne Einrichtung oder einen ambulanten Dienst im Blick haben.
Unterstützung und Evaluation durch Experten
Zur Unterstützung dieser Projekte wurde eine Steuerungsgruppe eingerichtet, die sich aus dem Landeskompetenzzentrum Pflege & Digitalisierung, der Koordinierungsstelle Telemedizin und dem Entwicklungszentrum Gut altwerden GmbH zusammensetzt. Diese Gruppe bietet individuelle Beratung, Begleitung und Coachings sowie themenspezifische Workshops an, um die Projekte bei ethischen, technischen und datenschutzrechtlichen Fragen zu unterstützen.
Eine umfassende Evaluation der Projekte wird ebenfalls gefördert, um den finanziellen Aufwand der Einführung von Televisiten in der stationären Langzeitpflege systematisch zu erfassen. Ziel ist es, Prozesse und Strukturen für telemedizinische Visiten zu beschreiben und die Erkenntnisse aus den Projekten in die Regelversorgung zu überführen.
Mit diesen Maßnahmen verfolgt das Land Baden-Württemberg das Ziel, Televisiten zu einem festen Bestandteil der pflegerischen Versorgung zu machen und so die Qualität der Betreuung für Pflegebedürftige nachhaltig zu verbessern.



