Knapp 160 Millionen Euro Einnahmen für die Deutsche Krebshilfe

by | Jul 3, 2024

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157,7 Millionen Euro kann die Deutsche Krebshilfe 2023 auf der Einnahmenseite verbuchen und damit 177 neue Initiativen und Projekte zur besseren Versorgung von Krebspatienten finanzieren.  

Als erneut sehr gutes Ergebnis bezeichnet die Deutsche Krebshilfe ihre Einnahmen von 157,7 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Denn mit diesem Geld konnten 177 neue Initiativen und Projekte für eine verbesserte Versorgung der Krebspatienten im Land gefördert werden – darunter beispielsweise ein neuer Förderschwerpunkt für chirurgisch-orientierte Forschungsvorhaben.

Dass diese große Summe zusammengekommen ist, verdankt die Organisation über 344.000 Privatpersonen und rund 6.700 Unternehmen, die insgesamt 34,4 Millionen Euro an die Deutsche Krebshilfe gespendet haben. 86 Millionen Euro kamen aus Nachlässen. Weitere wichtige Einnahmen waren Erlöse aus Aktionen und Veranstaltungen, Kondolenzspenden und Zuweisungen durch Geldauflagen. Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, betont: „Wir sind jedem einzelnen unserer Spenderinnen und Spender dankbar für das Vertrauen, dass sie uns und unserer Arbeit entgegenbringen. Nur dank dieses unermüdlichen Engagements können wir uns seit nunmehr 50 Jahren dafür einsetzen, die Versorgung krebskranker Menschen in Deutschland immer weiter zu verbessern.“

Die Deutsche Krebshilfe ist der größte private Drittmittelgeber für die Krebsforschung in Deutschland. Im Geschäftsjahr 2023 hat sie rund 56 Millionen Euro für Forschungsprojekte auf den Gebieten der Grundlagenforschung, klinischen Krebsforschung und der Versorgungsforschung bereitgestellt.

Neue Technologien im OP

Mit dem neuen Forschungsschwerpunkt will man bei der Deutschen Krebshilfe vor allem neue Technologien wie Künstlicher Intelligenz in die OP-Säle bringen. Denn die operative Entfernung eines Tumors sei nach wie vor eine wichtige Säule bei der Behandlung von Krebs. In Kombination mit neuen Technologien würde ganz neue Möglichkeiten eröffnet, ist auch Prof. Dr. Michael Ghadami, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen:„Die moderne Chirurgie bietet großes Potenzial für eine effektive und risikoarme Behandlung von Krebspatienten. Das Ziel der im Rahmen des neuen Programms geförderten Projekte ist die Optimierung bestehender sowie die Entwicklung neuer Operationsverfahren, die die Lebensqualität der Patienten erhalten und möglichst wenig Nebenwirkungen mit sich bringen.“ Als ehemaliges Mitglied im Fachausschuss „Klinische Forschung/kliniknahe Grundlagenforschung“ der Deutschen Krebshilfe hatte Ghadimi das Forschungsprogramm mit angestoßen. Insgesamt werden derzeit zehn Projekte über jeweils drei Jahre mit einem Gesamtvolumen von 4,1 Millionen Euro gefördert. Weitere Projektvorhaben, beispielsweise klinische Studien, sind in Vorbereitung.

Bessere regionale Vernetzung

Knapp 50 Millionen Euro flossen im vergangenen Jahr zudem in wissenschaftliche und klinische Strukturmaßnahmen. Dazu gehört beispielsweise die Förderung der Onkologischen Spitzenzentren (Comprehensive Cancer Center, CCCs), in denen eine Patientenversorgung auf höchstem Niveau, aber auch die Erarbeitung von Innovationen für die Krebsmedizin im Fokus stehen.

Bei der Versorgung von an Krebs erkrankten Menschen gäbe es nach wie vor regionale Unterschiede, weiß man bei der Deutschen Krebshilfe. Während in den meisten städtischen Gebieten eine sehr gute Versorgungslage besteht, ist sie gerade in ländlichen Regionen oft noch unzureichend. Mit dem Verbundprojekt ONCOnnect will die Deutsche Krebshilfe die CCCs stärker mit regionalen Kliniken, Fach- und Hausärzten vernetzen, um eine bestmögliche Versorgung von Krebspatienten auch außerhalb von Metropolregionen zu gewährleisten. Prof. Dr. Christian Brandts, Direktor des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen Frankfurt-Marburg und Sprecher von ONCOnnect erklärt: „Wir werden die regionalen Outreach-Netzwerke der CCCs strukturiert weiterentwickeln und unter anderem patientenzentrierte Best-Practice-Modelle entwickeln, die später auf alle CCCs übertragen werden sollen.“

Dies werde für Patienten auch außerhalb der CCCs – in regionalen Krankenhäusern und Praxen – einen besseren Zugang zu innovativen Krebstherapien, klinischen Studien und Supportivangeboten bedeuten. ONCOnnect ist ein Verbundprojekt der CCCs, des Nationalen Krebspräventionszentrums in Heidelberg und mit Patientenvertretungen und wird von der Deutschen Krebshilfe mit 13,8 Millionen Euro gefördert.

Unmittelbare Hilfe für Betroffene

Eine der wichtigsten Aufgaben der Deutschen Krebshilfe ist es, Krebspatienten und ihre Angehörigen zu unterstützen. Mit insgesamt 5,1 Millionen Euro hat sie durch ihren Härtefonds rund 7.700 Menschen geholfen, die auf Grund ihrer Erkrankung in finanzielle Not geraten sind. Bei ihrem telefonischen Informations- und Beratungsdienst Infonetz Krebs sind im vergangenen Jahr rund 10.800 Anfragen von ratsuchenden Betroffenen und ihren Angehörigen eingegangen. Zudem hat die Stiftung im Jahr 2023 für die wichtige Arbeit von Krebs-Selbsthilfeorganisationen 4,2 Millionen Euro bereitgestellt.

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Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
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Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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