Eine repräsentative Umfrage von Pharma Deutschland zeigt: Der große ePA-Rollout könnte an mangelndem Wissen scheitern. 15 Millionen Versicherte sind nicht informiert.
Sie ist ein elementarer Schritt für die Digitalisierung des Gesundheitswesens, die elektronische Patientenakte, kurz ePA. Doch nun zeigt eine aktuelle Umfrage von Pharma Deutschland: Rund 15 Millionen Versicherten fehlen entscheidende Informationen. Die repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des Pharma-Verbands zeigt, dass zwar 76 Prozent der Versicherten ab 18 Jahren die elektronische Patientenakte kennen. Bei 63 Millionen erwachsenen gesetzlich Versicherten in Deutschland bedeutet das im Umkehrschluss jedoch auch, dass rund 15 Millionen Menschen die ePA nicht kennen.
Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf. „Als Meilenstein der Digitalisierung der Gesundheitsversorgung bietet die elektronische Patientenakte enorme Chancen. Unsere Umfrage zeigt, dass es einen Monat nach dem Start der ePA noch erheblichen Informationsbedarf bei den Versicherten gibt.”
Informationsoffensive starten
„Wichtig ist jetzt, dass alle Versicherten umfassend informiert werden und den Mehrwert erkennen, der für sie persönlich und das Gesundheitssystem insgesamt mit der Einführung der ePA verbunden ist”, ist Brakmann überzeugt. Und angesichts der großen Zahl von gesetzlich Versicherten, die die ePA noch nicht kennen, hält Pharma Deutschland eine differenzierte, bundesweite Informationskampagne für notwendig.
Ziel sollte es sein, Versicherte über die Vorteile der elektronischen Patientenakte aufzuklären und die persönlichen Vorteile zu betonen: Vermeidung von Doppeluntersuchungen, Entlastung von Arztpraxen und mehr Transparenz für Patienten. Die Kampagne sollte gezielt auf die Bedürfnisse der jeweiligen Regionen eingehen und die Vorteile der ePA verständlich vermitteln. Nur so kann die elektronische Patientenakte ihr volles Potenzial entfalten und einen echten Mehrwert für Patientinnen, Patienten und Gesundheitssystem schaffen, attestiert man beim Verband.
Große regionale Unterschiede
Ein Blick auf die Bekanntheit der ePA in den einzelnen Bundesländern zeigt zudem große regionale Unterschiede. So erreichen die Stadtstaaten Bremen mit 79 Prozent und Hamburg mit 80 Prozent Werte, die über dem bundesweiten Schnitt liegen. Dagegen zeigen ländlichere Regionen wie Brandenburg (73 Prozent) und Baden-Württemberg (74 Prozent) geringere Informationsstände, was den Bedarf in weniger dicht besiedelten Gebieten unterstreicht.

Bekanntheit der ePA in den deutschen Bundesländern


