125 Jahre Deutsche Krebsgesellschaft – Forderungen an die Politik

von | Feb. 18, 2025

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Krebs ist nach wie vor eine der großen Herausforderungen für das deutsche Gesundheitssystem, weshalb die Deutsche Krebsgesellschaft zum heutigen Jubiläum sehr konkrete Forderungen an die Politik hat.

 

Heute vor 125 Jahren wurde die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) gegründet und trotz vieler Fortschritte bei Prävention und Früherkennung: Krebs ist nach wie vor eine der großen Herausforderungen für das deutsche Gesundheitswesen. Das gilt insbesondere auch für die steigenden Therapiekosten, Stichwort personalisierte Medizin. Auch deshalb nutzt die Deutsche Krebsgesellschaft den heutigen Tag, um sich mit konkreten Forderungen an eine neue Bundesregierung zu wenden.

„Die gesundheitspolitischen Entscheidungen der kommenden Legislaturperiode sollten diesen Herausforderungen Rechnung tragen. Gestützt auf 125 Jahre Engagement für die Krebsversorgung möchten wir als größte onkologische Fachgesellschaft in Deutschland bewusst nach vorne blicken und haben sechs Forderungen für die Politik erarbeitet,“ erklärt Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär der DKG.

Sechs zentrale Forderungen

Und um das tun zu können, hat die DKG sechs Handlungsfelder identifiziert, auf denen eine neue Bundesregierung schnellstmöglich aktiv werden soll. Zunächst gelte es, im Rahmen der Krankenhausreform onkologische Leistungsgruppen weiterzuentwickeln. Denn hier gebe es ernstzunehmende Schwachstellen, attestiert die DKG. Die Reform müsse daher unmittelbar nach der Bundestagswahl mit eigenen Leistungsgruppen für die Onkologie weiterentwickelt werden, die an die evidenzbasierten onkologischen Qualitätsstandards der Zertifizierten Zentren gekoppelt sind. So kann eine qualitativ hochwertige Krebsbehandlung in den Kliniken gewährleistet werden.

Einen zweiten Punkt, den die DKG anspricht, ist die Verfügbarkeit von Arzneimitteln. Die müsse erhöht werden. In der Vergangenheit waren Medikamente von Lieferschwierigkeiten betroffen, die für die Behandlung von Krebspatienten unverzichtbar sind. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, benötige man in Europa höhere Investitionen in die Arzneimittelsouveränität und eine auskömmliche Preisgestaltung für Generika.

Noch mehr Prävention

Auch der Fokus auf Prävention und Früherkennung ist der DKG noch nicht stark genug. Hier wird noch einmal auf die Gefahren von Alkohol verwiesen, vor dem genau wie bei Tabakprodukten gewarnt werden müsse. „Prävention muss durch effektive politische Maßnahmen wie Steueranpassungen und Werbeeinschränkungen für bestimmte Produkte gestärkt werden“, heißt es konkret in den Forderungen. Darüber hinaus sollte die risikoadaptierte Krebsfrüherkennung mehr in den Fokus rücken. Personen mit einem besonders hohen Krebsrisiko könnten gezielt zu speziellen Screening-Programmen eingeladen, wie etwa Raucher zum Lungenkrebsscreening.

Und auch mit der Forschung in Deutschland ist die DKG nicht zufrieden. „Für starke Forschung bedarf es einer konsequenten Digitalisierung und Datenerhebung. Beides ist gerade mit Blick auf die personalisierte Medizin, bei der kleine Patientengruppen mit neuartigen Therapien behandelt werden und das Wissen noch begrenzt ist, wichtiger denn je“, liest man von der DKG. Der Zugang zu Forschungs- und Versorgungsdaten müsse daher weiter vorangetrieben werden. Forschung und Versorgung müssen zudem eng verzahnt sein, um Wissen zu neuen Therapieformen zu generiert. Die DKG spricht sich auch dafür aus, das System der anwendungsbegleitenden Datenerhebung weiter auszubauen

Länderübergreifendes Engagement

Die DKG spricht sich außerdem dafür aus, die nationale Dekade gegen Krebs fortzuführen, die eine Erfolgsgeschichte sei, jedoch in vier Jahren auslaufe. Bereits jetzt müsse ein Nachfolgeprogramm entwickelt werden.

Und zu guter Letzt müsse eine neue Bundesregierung auch die europäische Forschungsförderung überdenken. Ausreichende Fördermittel für gemeinsame europäische Projekte in der Onkologie seien essenziell. Aufgrund der auf europäischer Ebene bereits beginnenden Verhandlungen über die Neuauflage des zentralen Forschungsförderungsprogramms Horizon Europe sowie das Arbeitsprogramm der EU4Health-Initiative sei dies von besonderer Dringlichkeit.

„Mit einer entschlossenen gesundheitspolitischen Strategie kann die Versorgung von Krebspatienten noch besser werden,“ führt Bruns weiter aus. „Wir möchten mit der neuen Bundesregierung in Dialog treten, um die Weichen für eine zukunftsfähige Onkologie zu stellen.“

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